hans-peter martin

hans peter martin wurde vor drei tagen von der EU-fraktion der sozialdemokraten ausgeschlossen, weil er eine bereinigung des spesensumpfes forderte und forcierte.
sicher, er ist nicht gerade zart mit den delinquenten umgegangen, das wäre aber auch ineffektiv gewesen.
sicher ist auch ein mann, der bücher wie "die globalisierungsfalle" und "wollen täten's schon dürfen" schreibt bzw. herausgibt, ein ärgernis für "freunde", die daran interessiert sind daß die dinge so bleiben, weil sie ja vorteile davon haben.
am 4.2.04 hatte er auf seiner website (was könnte die gekostet haben? eine stunde arbeit, wahrscheinlich hat martin sie selbst gemacht) seine eigene spesenabrechnung transparent gemacht. das kam einer nestbeschmutzung gleich, und man musste den frechen kerl entfernen.

ich warte auf sein nächstes buch.
er ist mir sehr sympathisch, der hans-peter martin. er hat mut und denkt selber ...

edit: spe

offen gesagt

haben sich gestern die jungen und alten im ORF TV ihre meinung zum aktuellen thema "pensionen".
Pensionisten sind eine riesige Wählergruppe mit überdurchschnittlich hoher Wahlbeteiligung; auch unter diesem Aspekt ist der Korrekturbeschluss der Bundesregierung vom Dienstag dieser Woche zu sehen, Klein- und Kleinstrentnern den heuer erlittenen Pensionsverlust zu ersetzen. Aber haben die Jungen, die künftigen Pensionisten, auch so eine mächtige Lobby wie die Alten?
da saßen leute wie charly blecha, ingrid korosec, der ewige sozial-experte marin und ein weiterer, wolfgang mazal, und zwei junge menschen aus dem volk.
die gruppe wiederholte bis zum erbrechen ihre standpunkte, blecha und korosec bestachen mit lügen, die sie selbst glaubten, mit lippenbekenntnissen und antipathie. der sozialexperte marin war wohlauf, er konnte die politiker rügen, nichts oder zu wenig zu tun, sich sogar ein wenig im gerechten zorn üben, weil er doch schon vor 3 jahren gesagt hatte ... der andere experte war weise: er hatte für alles seine sozio-psychologische und ethische analyse.
die jungen spielten die interessante, weil betretene/hoffnungslose rolle von jugendlichen, die versuchen ihren eltern gegenüber freundlich zu bleiben. sagten durchaus ihre meinung. blecha mimte den papa und korosec die mama: sie vermittelte, gab dies und jenes zu, meinte dann aber immer wieder friedensstiftend, man könne nur gemeinsam eine "harmonisiserung" erzielen, und die jetzige regierung mache ja endlich was etc. etc.. blecha hörte gar nicht zu, sondern sah dauernd auf die uhr und duzte seine freunde in der runde.
ein moderator, der an untauglichkeit nicht mehr zu überbieten war (franz ferd. wolf vom kurier). sein einsatz in dieser sendung: kalkül oder peinliche pleite?

ein sittenbild von österreich, auch strukturell.

eltern und kinder, ein hampelmann als moderator, und zwei experten.
bis auf die beiden jungen war niemand sonderlich beunruhigt, außer über den unmut der jugend, die "eltern" hatten ihre schäfchen schon im trockenen und hatten in ihrer machposition leicht rumsülzen.
die jungen nicht: spürbar an der existentiellen unruhe. angst vor der zukunft. das gefühl, ausgenommen zu werden von leuten, denen man nicht trauen konnte, weil sie nicht vertrauenswürdig waren. brigitte recher sagt es ganz deutlich: sie hat blecha schon als kind/jugendliche die selben lippenbekenntnisse und versprechungen verzapfen hören. und die anhaltende unerträglichkeit, dauernd zur mitarbeit eingeladen zu werden, aber niemals mitsprechen oder mitbestimmen zu können. ihre ganze generation.
man beendet die sendung mit dem gefühl, die generationen haben eine kluft zwischen sich: und den ersten schritt müssen die "eltern" machen, weil sie im unrecht sind.

ps: "eltern" und "kinder" sind metaphern für die beiden generationen und nicht für etwa die bevölkerungsschicht der pensionisten und der jungen unternehmer und angestellten etc.. die anwesenden vertreter sind symptomatisch: leute wie blecha und korosec symbolisieren geradezu die problemträger.

edit: der standard zur gestrigen TV diskussion.

hilfe!

dieser TV werbespot, hier nicht in voller länge zu sehen, im TV aber schon, induziert sehr sonderbare gefühle beim seher. es wird hier für die al-fine-betreuung moribunder krebskranker geworben, so jedenfalls meine annahme. vielleicht liege ich aber auch schon darin falsch.
plot: der moribunde patient im fiktiven himmel gebärdet sich schwierig, meckert und ist unzufrieden ... schlußzeile: "unsere gäste sind leider sehr verwöhnt".

vielleicht finden wirklich viele menschen diese "werbung" ansprechend und denken daran, einem verwandten solch eine sterbebegleitung angedeihen zu lassen. oder wenigstens dafür zu spenden. die caritas hat geschmack gefunden am werben fürs sterben.
die staatlichen alten- und pflegeheime schwanken nur noch von einem skandal zum anderen, da erkennt man schnell die marktniesche und kann hemmungslos gutes tun.

man muß nicht einmal einen verwandten elend an krebs oder alzheimer zugrunde gehen sehen haben, um eine unbändige wut aufsteigen zu fühlen wegen dieser kampagnen.
es genügt die ganz normale, unvermüllte und unverfunnte empfindung angesichts menschlichen elends, um verzweifelt nach der intention zu suchen: was steckt für eine idee dahinter?
bin ich zu humorlos?
bin ich der kleine schlumpf mit dem anker-tatoo auf dem oberarm, der gegen alles ist, wie frau miss - wenn auch in anderem zusammenhang - neulich festgestellt hat?
sind meine gefühle altmodisch und reaktionär? bin ich ein anachronistischer moralapostel? hilfe!

lichtzeichen

ein sonnenschutz flattert im wind, die reflexionen des bruchstückhaft freigegebenen himmels in den fronten der hifi-geräte sind lichtzeichen, die man deutet der eigenen inneren befindlichkeit entsprechend.
was das betrifft, wird sich nichts ändern.

----------------

allgemeiner:
eine treffliche skizze der lage findet sich hier, via goldchen gefunden.

verwandlung

das schönste und fürchterlichste im leben ist die verwandlung. und ich glaub doch, eine figur zu sein, die sich verwandeln kann. (peter handke, TV interview)

der plan

im zug fertiggelesen: der plan, gerhard roth.
gerhard roth gilt als "bemüht", und man kann schon diesen eindruck gewinnen. aber sein roman "der plan" ist mehr als das. penibel recherchiert, wie die laufende ausstellung im literaturhaus dokumentiert.
man muß geduld aufbringen: roth beschreibt genau umgebung, handlungen und reminiszenzen des protagonisten und führt ihn in einem oszillierenden thriller bis zum komischen ende, in dem in einer angenehm irreführenden komplexität die wahrnehmung feldts, des protagonisten, ihre paranoide grundfrequenz enttarnt. (wie blöd ich mich wieder ausdrück ..)
mehr als bemüht.
ein guter kriminal-roman (ein wenig an dürrenmatt erinnernd), zu wenig beachtet im literaturghetto österreich.

daheim

alles wieder anwerfen, heizungen einschalten, die wohnung wiederbeleben.
wie ein cockpit, eine steuerzentrale, ein labor.
musik, die durch die m3 wogt, wärme, essensduft .... gut ist es hier bei mir.

wo bin ich?

freiewalser katzeklein bauernhaus brunnen

und wer hat mich verwandelt? jedenfalls gefällt es mir hier und ich bleibe da ...

vorfreude

auf eine lange zugfahrt, auf der man aus der selbsthypnose gerissen wird, lesen kann und das land sehen, nachdenken, vielleicht neue bekanntschaft, neues und altes hinter sich lassen. dorthin, wo die sonne untergeht.
fahrkarte (auf deutsch: ticket) ausgedruckt, müll rausgetragen, wasserwechsel im aquarium und fütterautomat eingestellt, bücher ausgesucht, CDs, discman, schreibstift, notizbuch, paar kleidungsstücke, zahnbürste, rasierer, bürste.
herd kontrollieren, lichter -
türe zuziehen, absperren, und: auf wiedersehen.

bernhard

die raren TV-interviews mit th. bernhard im ORF, eines in madrid und eines in mallorca.
die ursache bin ich selbst und monologe auf mallorca.
witzig, todernst und sympathisch: "ein philosophisches lachprogramm, das ich vor 20 jahren augemacht hab ...".

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