der plan

im zug fertiggelesen: der plan, gerhard roth.
gerhard roth gilt als "bemüht", und man kann schon diesen eindruck gewinnen. aber sein roman "der plan" ist mehr als das. penibel recherchiert, wie die laufende ausstellung im literaturhaus dokumentiert.
man muß geduld aufbringen: roth beschreibt genau umgebung, handlungen und reminiszenzen des protagonisten und führt ihn in einem oszillierenden thriller bis zum komischen ende, in dem in einer angenehm irreführenden komplexität die wahrnehmung feldts, des protagonisten, ihre paranoide grundfrequenz enttarnt. (wie blöd ich mich wieder ausdrück ..)
mehr als bemüht.
ein guter kriminal-roman (ein wenig an dürrenmatt erinnernd), zu wenig beachtet im literaturghetto österreich.
Semi - 8. Aug, 23:24

Ich bin ein bekennender Gerhard Roth-Fan (hab natürlich auch "der Plan" gelesen). Ich glaube nicht, dass er zu wenig Beachtung findet. Gerhard Roth hat eine Reihe von bedeutenden nationalen und internationalen Preisen erhalten, darunter den Preis der SWF-Bestenliste, den Alfred-Döblin-Preis, den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis, den Preis des Österreichischen Buchhandels und den "Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch".

ferromonte - 8. Aug, 23:30

jojo, witzig, habe nur einen tippfehler ausgebessert (der beitrag - ein entbehrlicher wie ich meine - ist ja schon viel älter), und da kommentiert semi gleich was ...
wollte neulich "der strom" beginnen, hatte aber den eindruck als wäre es sehr ähnlich dem "plan" und ließ es deshalb. man hat ja so wenig zeit. :)
aber: die anzahl der preise sagt ja nicht zwingend was über die anzahl der leser aus, oder? ich kenne - bis auf dich jetzt - niemanden, der roth liest. kennen tun ihn viele, aber lesen wenige (wie überhaupt wenige menschen lesen ..).
freut mich aber trotzdem, dein kommentar. wie findest du den "strom"?
Semi - 9. Aug, 00:22

Wie schon "Der See" und "Der Plan" ist auch "Der Strom"fast ein Krimi. Allerdings stolpern Roths Protagonisten eher unbeholfen durch die Handlung. Und am Ende gibt es mehr Ungewisses wie vorher. Paul Eck, der Protagonist aus "Der See" döst medikamentenabhängig und malariainfiziert in einem Hausboot. Feldt, der in "Der Plan" planlos durch Japan stolperte, taucht ständig in den Gedanken Machs auf. Alles hängt mit allem zusammen. Der Roman zog mich in seinen Bann.

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