literatur und kritik

eine frau

guuut, aber dann schon bitte margaret atwood.

literarische assoziation

outlook

montauk:

"Ein Schild, das Aussicht über die Insel verspricht: OVERLOOK. Es ist sein Vorschlag gewesen, hier zu stoppen. Ein Parkplatz für mindestens hundert Wagen, zur Zeit leer; ihr Wagen steht als einziger in dem Raster, das auf den Asphalt gemalt ist. Es ist Vormittag. Sonnig. Büsche und Gestrüpp um den leeren Parkplatz; keine Aussicht also, aber es gibt einen Pfad, der durch das Gestrüpp führt, und sie haben sich nicht lang beraten: der Pfad wird sie zur großen Aussicht führen."
( Max Frisch, "Montauk" )

starke worte

eines wütenden.
stephan maus (kenn ich nicht) schreibt in der "süddeutschen":
Literaturpreise, das versteht sich von selbst, sind lächerlich. Stipendien ebenso. Hätte Heinrich Heine den Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung entgegen genommen? Borges den Bremer Literaturpreis? Hätte Nabokov in Klagenfurt gelesen? Hätte sich Gerhart Hauptmann ins Esslinger Bahnwärterhäuschen zurückgezogen, um seinen „Thiel“ zu schreiben? Hätte sich Rimbaud für drei Monate mit zehn weiteren Dichtern in der internationalen Künstlerkolonie Schloss Wiepersdorf einquartieren lassen? Eben. Literarische Preise und Stipendien erniedrigen und verhöhnen den Autor, statt ihn zu ehren.

der plan

im zug fertiggelesen: der plan, gerhard roth.
gerhard roth gilt als "bemüht", und man kann schon diesen eindruck gewinnen. aber sein roman "der plan" ist mehr als das. penibel recherchiert, wie die laufende ausstellung im literaturhaus dokumentiert.
man muß geduld aufbringen: roth beschreibt genau umgebung, handlungen und reminiszenzen des protagonisten und führt ihn in einem oszillierenden thriller bis zum komischen ende, in dem in einer angenehm irreführenden komplexität die wahrnehmung feldts, des protagonisten, ihre paranoide grundfrequenz enttarnt. (wie blöd ich mich wieder ausdrück ..)
mehr als bemüht.
ein guter kriminal-roman (ein wenig an dürrenmatt erinnernd), zu wenig beachtet im literaturghetto österreich.

frederic morton

vorgestern in einem rinnstein in der stadt gefunden, ein fetzen der wochenend-presse, in der u-bahn gelesen - klingt gut. freue mich auf das buch:

Der Text, hier erstmals veröffentlicht, gibt einen Abschnitt aus dem Utah-Kapitel seiner in Arbeit befindlichen Autobiografie wieder, die nächstes Jahr erscheinen soll.- schreibt die "presse".

schrott verschrottet dengler

welch ein genuss ... :-)

Vierzehn Kunstgriffe eines Verrisses
VON RAOUL SCHROTT (Die Presse) 15.11.2003
Eine kleine Typologie des wissenschaftlich verbrämten Verrisses. Erstellt anhand von Zitaten aus Wendelin Schmidt-Denglers Rezension von "Tristan da Cunha" (Spectrum, 11. Oktober).
(quelle die presse)

Der Mensch muss seine Seele retten

Große Literatur entsteht schon seit Jahren vor unseren Augen und vor unserer Haustür, im hässlichen, von der Geschichte versehrten Osten Europas. Und der Nobelpreisträger Imre Kertész ist ihr radikalster, unbeirrbarer Agent.
[via Die Zeit]
es scheint, als hätten wir jetzt (endlich) eine schwelle erreicht seit 1945, an der wir uns mit hilfe einiger weniger seelisch starker und fähiger menschen auf eine neue, machbarere art mit der ungeheuerlichkeit des wahnsinns der KZs auseinandersetzen können. ein thema, das uns alle absolut was angeht. auch jene, die nichts davon wissen wollen.

Das Gleiche noch mal, Miss

Dieses Buch wartet schon seit 30 Jahren im Regal, in die Hand genommen, angefangen, Staub abgeblasen, weggelegt, noch ein Versuch. Schon der Titel klang als ewiges poetisches Versprechen - Unter dem Milchwald. Vermutlich erklärt sich die Hemmung als Spätfolge jenes Drama-lesen-Syndroms der Mittelstufe, das eine lebenslange Abneigung gegen verteiltes Rollensprechen hervorrief. [via Die Zeit 41 / 2003 - Heidkamp: Das Gleiche noch mal, Miss]
nicht nur wegen des durchaus interessanten inhaltes - wer wußte schon mehr über dylan thomas, als daß er der namensgeber von bob dylan war - , sondern vor allem wegen des wortes MISS. :-)

Jünger der Kunstreligion

Gleichgültig, wie hoch man Literatur als Kunst schätzt, sie findet doch immer ihre Grenze darin, das sie nicht das Leben selber ist, sondern eine abgeleitete, nachträgliche und nachtragende Form, die das ungeheuer Unbegreifliche des menschlichen Lebens darzustellen und zu verstehen versucht. Das Leben geht der Kunst voraus. Der Jünger der Kunstreligion jedoch glaubt, es verhalte sich umgekehrt. Indem er ihr sein eigenes Leben weiht, ist er geneigt, es wie einen ungeschriebenen Roman zu betrachten und zu erzählen. Er belädt die Poesie mit den allerhöchsten Erwartungen. Dabei ist sie doch nur das von Menschen Gemachte. Sie kann das Leben nicht ersetzen, und wenn man die Autobiografien von Raddatz und Reich-Ranicki liest, so spürt man die untergründige Trauer darüber, dass der imaginäre Himmel der Literatur für das wirkliche Leben nur ein Ersatz ist. [via die zeit]

ein interessanter, und auch etwas merkwürdiger artikel in der "zeit" ...

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