notizen

von unterwegs

15.12.06

Ich sehe die Menschen und probiere ihnen Geschichten an - teils phantstische, teils wahrscheinlich wahre.
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Was ich an Flugplätzen/Rollbahnen so liebe: Die Großzügigkeit, mit der sie angelegt sein müssen, der Natur der Sache wegen.
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Im Zug: Wie verdreckt der Boden im Waggon ist, unglaublich: Im Bereich unter den Sitzen eine verklebte Schicht, mit Staub, Papierresten und Haaren "gefedert".
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Die niedrige Dezembersonne flutet den Zug mit Licht fast vollkommen. Die Aggressionen und die Aufgeregtheit der Fahrgäste ebben ab, ein leises Geplätscher laufender Gespräche rauscht im langgestreckten Raum. Keine Störung meiner wahrnehmerischen Ekstase. Zusehends glücklichere Menschen fahren durch eine Winterlandschaft ohne Schnee, zum Bersten gefüllt mir Licht, getroffen von diesem Sonnen-Licht, das die Ägypter vor vielen Tausenden Jahren (wie viele andere auch) nicht grundlos als Gottheit verehrten.
Ja, getroffen.
Feines Glück, wie eine absolute Musik, legt sich schützend und heilend über uns alle hier, kurz unterbrochen nur vom Tamilen (e l v e t i n o, blaues Hemd, rote Fliege, schwarze Hosen) mit dem Servicewagen, der Getränke und Imbisse an die Leute verkauft. Es geht alles leise vor sich. (Es ist eine Gnade, in diesem Licht zu sein; erfüllt von Dankbarkeit für dieses Licht.)
Den Studenten schräg vis a vis liebe ich allein dafür, daß er ein Buch über Petrarca liest, und nicht eines über Management oder Wirtschaft.
Langgezogene Bergketten weit hinten heben sich dunkel und schwer gegen den blauen und wolkenlosen, vom Sonnenlicht gleichsam desinfizierten Himmel ab, ein dünner, kaum merklicher Schleier hellen Dunstes liegt dazwischen: das Bild ist weicher als es das reine weiße Licht zeichnen würde.
Der Schatten der Bauernhäuser, die jeweils nicht ganz kongruent mir den Rauhreifflächen auf den Wiesen sind: Sonnenuhrzeiger, für die Vergänglichkeit --

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