kaum jemand, der schimpft

beim wie üblich schwundigen online-beitrag auf orf.at finde ich diese stelle, im zusammenhang mit einer pensions-telefonhotline, die für verunsicherte bürgerInnen eingerichtet wurde:Dennoch komme es selten vor, dass ein Rat Suchender am Telefon seinem Ärger Luft macht. Im Grunde genommen seien die Leute überraschend ruhig und wollten lediglich Informationen. "Kaum jemand, der schimpft", wundert sich eine Mitarbeiterin der Hotline.eidertaus. warum schimpft denn keiner?
die österreicher sind ein völkchen mit gelernter untertanenmentalität. sie fühlen sich am wohlsten, wenn man ihnen ihren dreck richtet, egal wie. (kompensiert wird dann so: saufen, bramarbasieren und gewalt anwenden, gegen die seinen und gegen sich selbst. bis zur dekompensation ...)
und wenn wir rein zufällig die vertrotteltste regierung haben seit ich mich erinnern kann, dann wird eben diese "es richten". sich aufregen hilft eh nichts, und: schau her, wenn du ein vernünftig denkender mensch bist - und wer ist das nicht, haha - wirst du einsehen, daß diese radikale reform in den pensionen gemacht werden muß. allemal dürfen wir noch dran erinnern, daß auch daran die SPÖ schuld ist, weil sie ... blabla.
gestern abend wurde in "kulturzeit" das buch die demokratie verrät ihre kinder vorgestellt, autor ist thilo bode, ehemaliger greenpeace-chef. darin seine these, daß nur eine aktive couragierte bürgerbewegung das system reformieren kann, weil dieses von innen (also von den politikern) heraus nicht mehr reformierbar sei. ich sehe das genau so, und das buch spricht es offen aus, was genau so in der luft liegt wie anfang des vergangenen jahrhunders einstein's realtivitätstheorie: unsere sogenannten demokratien bestehen nur noch aus parteifunktionären, die ihre amtszeit nützen; um sich kräftig zu bedienen, und zwar in jeder hinsicht. unsere demokratie ist fast völlig handlungsunfähig geworden. die entscheidenden personen haben den realitätssinn (auf den sie sich ironischerweise immer berufen) fast ganz verloren (nach statistiken und theorien, die beide meist falsch sind oder eben nicht auf die konkrete praxis angewendet werden können) und handeln unpraktisch, respektlos und nicht mehr für die menschen des landes. wir alle müssen das jetzt selbst in die hand nehmen, sonst wirds uns schlecht gehen. noch schlechter mein ich.
es schimpft keiner, weil wir alle gelähmt sind. die einen, weil sie es nicht fassen können, welche kasperln hier versuchen (!), die wichtigsten entscheidungen treffen in diesem land, weil sie lieber schweigen und ihre eigenen schäfchen noch ins trockene bringen wollen, dann möge alle der teufel holen. und die anderen, weil sie bewußtlos sind vom glotzen, workoholen und drogenkonsum, oder der angst vor der eigenen courage.
ein trauriges fazit, felix austria.
ich selbst klammere mich daran, daß ich mich niemals dem land österreich nahe fühlte, niemals einem nationalismus und patriotismus fröhnen konnte und immer sah, daß politiker prinzipiell so lügen, daß sich die balken biegen. ich bin nicht enttäuscht, weil ich kein wort geglaubt habe. und mir nichts erwartet habe.
auch das ist eigentlich traurig, immerhin bin ich hier geboren, wie auch meine eltern und deren eltern ...

Ist die «Umerziehung» zu weit gegangen?

Amerikas Ideale und das deutsche Selbstverständnis
Noch früher als Frankreich hat sich Deutschland bedingungslos von der Teilnahme an einem Militärschlag gegen den Irak losgesagt. Mark Lilla, Professor im Committee on Social Thought an der University of Chicago, sieht in dieser Haltung eine Nachwirkung der amerikanischen Umerziehungsprogramme nach dem Zweiten Weltkrieg
- ein lesenswertes feuilleton aus der NZZ

"Man kann die Sätze von Bin Laden und Bush austauschen"

sagt günter grass. die (intellektuellen) amerikaner übrigens sind gar nicht so auf linie, wie via medien meist vermittelt wird: Hohn und Spott für Bush und Co.

lincoln'sche regel und theorie der freien bodenfläche

wenn man von der aufräum- und wegwerfmanie gepackt wird, ist man gut beraten, sich wieder mal die 'lincoln'sche regel' und die 'bodenflächentheorie' vor augen zu halten:

- die lincoln'sche regel besagt, man soll jedes papier nur einmal in die hand nehmen, "erledigen" und dann entweder ablegen oder wegwerfen. :-) klug, nicht?

- die theorie der freien bodenfläche ist etwas gewagter, aber grade für menschen, die ständig pleite sind, interessant:
je mehr freie bodenfläche du in deinem wohnraum hast oder schaffen bzw. halten kannst, umso größer dein einkommen. :-))

vor allem die bodenflächentheorie darf natürlich nicht mißverstanden werden, sie funktioniert - wenn überhaupt - sehr komplex.
fm

klarheit

um den blick in sachen irakkrieg zu klären, sollte man den fernseher abdrehen und lesen. viele verschiedene sachen, wie zum beispiel die reality show wird echt. wenn man etwa die dominotheorie kennt, wird man sich seine gedanken machen und beunruhigt sein. haslinger scheint sie ja zu kennen, aber nicht sonderlich beunruhigt zu sein.
ich wundere mich oft, woher viele zeitgenossen dieses fast "urvertrauen" zu den USA nehmen. ich hatte es nie, und habs auch jetzt nicht.

frühling?

für mich heute der erste frühlingstag: hab mir einen bambusstrauch gekauft und zwei lavendelbüschchen, die meine terrasse beleben werden ... möge es nur so bleiben mit den frühlingsambitionen des wetters, was ich vor ende des monats nicht ernsthaft glauben will.
sicher, wen interessiert schon das wetter -- aber nach den psych. belastungen der letzten wochen, die die USA mir auferlegt haben, ist das ein willkommenes feld um reinzukompensieren: ich lass mich zu abwechslung mal von den keimenden lebensgeistern inspirieren ... :-)

josef haslinger

Leipzig - "Die USA haben mit einer weltgeschichtlichen Mission begonnen." Das sagte heute der österreichische Autor und Leiter des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, Josef Haslinger. "Sie wollen den Nahen Osten neu ordnen."

"Größte außenpolitische Niederlage seit Vietnam"

Haslinger, der einige Zeit in den Vereinigten Staaten gelebt und seine Eindrucke in dem Essayband "Das Elend Amerikas. Elf Versuche über ein gelobtes Land" wiedergegeben hatte, meinte, dass der Nahe Osten seit mehr als 30 Jahren "eine einzige Niederlage" für die USA sei, "die größte außenpolitische Niederlage seit Vietnam". Der jetzige Präsident wolle nun dort amerikanische Verhältnisse schaffen. Dies sei von Anfang an klar gewesen.

Der Nahe Osten grenze über die Türkei an Europa, deshalb müsste Europa Interesse haben, daran mitzugestalten, sagte der in Leipzig lehrende Schriftsteller. Amerika gestalte jetzt selbst, durch Krieg. Den Europäern werde aber nichts anderes übrig bleiben, als sich zu beteiligen.

"Ich gehe davon aus, dass die arabischen Staaten fallen werden wie die Dominosteine", sagte Haslinger. Die USA seien wohl davon überzeugt, dort demokratische Verhältnisse einführen zu können: "Wenn man den Stand der arabischen Staaten anschaut, ist das sehr unwahrscheinlich. (....)

der apa-artikel ist im standard vollständig nachzulesen.

mich erstaunt haslingers hier formulierte meinung. als wäre er ein halber falken-amerikaner. (steckt da die kleinbürgerlichkeit und weltmannssucht des bauernkindes dahinter?) ich habe ihn immer gemocht und seine bücher fast alle gelesen, meist mit großem gewinn. das hier verstehe ich gar nicht. wie spricht er von "gemeinsamen zielen"? warum lehnt er den widerstand gegen die USA ab? kann er ernsthaft glauben, daß europa die politische situation im arabischen raum mitgestalten könnte - ohne krieg zu führen?

gehe ich im kreis?

ich höre alanis morissette's "thank u" und "thant i would be good", und fühle mich dabei genau wie vor vier jahren.
ist es nur das alte emotionale muster, das durch die musik wieder belebt wird, oder hat es mit dem realen leben zu tun? immerhin ist es ja so: shit happens, man geht im kreis, sowas kommt vor.
wahrscheinlich eine frage, die nur ich selbt beantworten kann und vielleicht auch nicht auf der stelle.

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