20 jahre stopfenreuther au

heute vor 20 jahren begann der widerstand gegen sie politik der betonierer.
übriggeblieben ist nur die erinnerung, daß demokratie möglich ist, daß wir uns nicht alles diktieren lassen müssen. aber das ist wieder zu einer idee geworden, ist eine idee geblieben, die damals kurz das licht der wirklichkeit erblicken durfte. was aus den grünen geworden ist, sehen wir.
erinnern wir uns daran.

wer war andre heller?

vor einigen tagen im orf die "nacht des austropop" (ein echtes unwort. austropop), mit den ewigen ambrossen und dänzern etc., aber auch dem selten gezeigten legendären nachruf a. hellers auf sich selbst (1972), in echter surrealistischer manier, "wer war andre heller?"

nach diesem film fühlt man sich so recht als österreicher, und sieht in heller den showmaster, der den abspann auf österreich spricht, singt, darstellt.

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in diesem film, seit langer zeit wieder einmal gehört, hellers lied "sei poet".


Sei Poet
benütz die Sprache als ein Federbrett,
spring einen Salto in die Alphabete,
zieh jeden Satz wie eine Flagge hoch.

Sei Poet,
nicht Schaf im Wolfspelz für ein Schattenspiel,
nicht Winterkleid für all die dünnen Phrasen,
die jedermann zu jedermann an jedem Tag erzählt,
Dann kannst Du Gärtner der Träume sein,
hurra!
Und kannst Kalif von Bagdad sein,
hurra!
Mehr will ich nicht von dir,
Mehr will ich nicht von dir,

Sei Poet,
Den innern Erdteil sollst Du projizieren
mit magischen Laternen und mit Spiegeln,
die man für zwei Kometen überall erhält.
(A. Heller)

abtragen

das abtragen von haufen: haufen von papieren, haufen von kleidern, haufen von büchern, haufen von elektronischen bauteilen, haufen von cds -
das abtragen und entfernen von anhäufungen diverser gattungsobjekte und -materialen steht dringend an, hier, in meiner wohnung.
eine art chirurgischer prozeß: vorsichtig muß schicht für schicht abgehoben werden, alles hat sinn, alles wert, alles steht in einer bestimmten ordung. wahnsinn des chaos, geniale anordnungen, spuren meines lebens.

jelinek im haus ohne fenster

eben die nobelpreisrede der jelinek, videoaufzeichung in orf 2.
ein kreisen um nabelbeschauliche gedanken ihrer "pathologie". oder: der versuch, sich zu erklären.
vorgetragen im ton der natürlichen tochter eines priesters und einer lehrerin. ich finde das höchst unpassend, bis auf einige passagen ("die welt schaut schon auf uns"). unpassend insofern, als sie auf nichts als ihre eigene schwierigkeiten bezug nimmt. was will sie denn sagen? "danke für den preis?" (sicher nicht)
oder redet sie eben nur mit sich selbst, springend, assoziierend, in ihrer eigenen sprache, die es erst zu decodieren gilt, wenn man das wirklich verstehen will - ist das "programmatisch", sich dadurch auszeichnend, daß man nichts damit anfangen kann, solange man nicht eingehend sekundäres gelesen hat? (erklären kanns und wills keiner).
also: eine nobelpreisrede ist das jedenfalls nicht. und irgendwie sehr enttäuschend.

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