die medien hauen alle auf HPM ein, nach der wahl wie vor der wahl. profil etwa mit texten wie
diesem (sich an der kleidung der zu verreisenden person aufzuhängen ist reichlich schwach, meine ich), standard sowieso, und christian rainer meint in seinem profil-
leitartikel:
Während die verschlafene Politik der großen Koalitionen die Wähler noch zu Jörg Haider getrieben hatte, sind sie jetzt eben zu Martin gewechselt. und
Es darf ein wenig nachdenklich stimmen, wie anfällig Österreich für Populisten ist. und schlußendlich:
Die Anfälligkeit der Österreicher für bestimmte politische Charaktere lässt sich jedenfalls nicht allein mit der jeweiligen Haltung der „Kronen Zeitung“ erklären. die populistenkeule, die prügelung der nicht- und protestwähler.
ich frage mich: sind schüssel, stenzel, swoboda, voggenhuber, grasser, cap, usw. keine populisten? sind wir die nicht nur mehr gewohnt, ihre rethorik und übertreibungen, und bei einigen ihre lügen?
ich kenne leute die nicht mehr wählen gehen, weil sie den - nachvollziehbaren - standpunkt vertreten, daß es ohnehin keinen zweck hat, bei einer eu-wahl wählen zu gehen. das ist frustration!
martin steht für wähler, denen es gefällt, daß einer das sagt und dafür eintritt, was sie sich seit vielen vielen jahren denken.
rainer schreibt ganz richtig, daß die bedingungen für den erfolg von populisten die "verschlafene politik der großen koalitionen" bzw. die "unglaubwürdigen und uninspirierten politiker" sind, die wir täglich vor den ohren und augen haben.
was martin wirklich tut und erreicht in brüssel, wer weiß das von den journalisten? und selbst der inspirierte herr voggenhuber wird es kaum beurteilen können.
wenn martin eine bessere kontrolle im umgang mit steuergeldern anstrebt oder gar erreicht, ist das eine gute sache. daß er mehr will als nur den spesenmißbrauch eindämmen wird jeder begreifen, der seine bücher liest. aber seine vorurteilsfeinde lesen seine bücher nicht, sonder regen sich über sein sakko auf. oder seine sparsamkeit. sicher kann man sich darüber lustig machen, sachthema ist das aber keines. daß einer frau petrovic der mund offen stehen bleibt nach seinem wahlerfolg versteh ich auch (leider konnte sie ihren neid am sonntag abend nicht ganz verstecken).
in einer demokratie muss das alles drinnen sein, oder vielmehr lebt demokratie doch von solchen phänomenen, oder?
falsch ist zu sagen: die dummen wähler, zuerst sind die dem jörg und seinen mannen auf den leim gegangen (worüber man natürlich schon verzweifelt sein kann bzw. muß), jetzt sind sie auf den martin übergewechselt. martin hat weit mehr im kopf und bessere, unterstützbarere ziele als die fpö. sein verhalten im wahlkampf war weit sachlicher und glaubwürdiger als das der anderen, selbst der grünen. wiewohl man die grünen als einzige partei wirklich wählen kann.
Die Anfälligkeit der Österreicher für bestimmte politische Charaktere lässt sich jedenfalls nicht allein mit der jeweiligen Haltung der „Kronen Zeitung“ erklären. ja, kann man nicht. und besser zweimal nachdenken als nur einmal, auf der alten schiene.
generell wird das wählen immer schwieriger: wer heute wählbar scheint, kann sich morgen als wahnsinniger enttarnen.
bis dahin sollte man aber die dinge nicht verfälschen und kandidaten nicht verunglimpfen, weder herrn martin noch sonst jemand (bei molterer wäre das auch reichlich überflüssig, weil er eine deutliche sprache spricht: man weiß, woran man ist).
was wirklich erschreckend ist, sind die 60% nicht- oder ungültig-wähler. denn das sagt sehr viel mehr aus über die einstellung der europäer zur EU als martinwähler und wähler anderer EU-kritischer gruppen.