ohne reflexe
botho strauß im zeit-interview:Strauss: Es gibt ein großes analytisches Wissen, eine Fülle oder Überfülle an Diskursen und Weltentwürfen. Wir müssen uns aber klarmachen, dass sie samt und sonders einer intellektuellen Kultur angehören, die gegenwärtig nicht das Sagen hat. Demgegenüber gibt es die Avantgarde der technisch-ökonomischen Kultur, die absoluten Vorrang hat, die sich auf das Machen, auf das Funktionieren, auf das Know-how versteht, aber nicht durch geistige Leistungen glänzt.
ZEIT: Schätzen Sie das gering?
Strauss: Überhaupt nicht, weil es in der Tat das eigentlich Verändernde in unserer Welt darstellt. Das Undurchdachte. Was geschieht, geschieht ohne irgendeinen philosophischen oder ästhetischen Reflex.
edit:
und über die theater-inszenierungen, wie sie heute stattfinden:Eine Inszenierung ist gegenwärtig oft nur ein privatpsychopathisches Unternehmen, das maßgeblich von Illiteraten bestimmt wird, die überhaupt gar nichts lesen, nicht einmal das Stück, das sie gerade vor sich haben, die also keinen literarischen Assoziationsraum besitzen. er hat ja zu 100% recht, leider.
ZEIT: Schätzen Sie das gering?
Strauss: Überhaupt nicht, weil es in der Tat das eigentlich Verändernde in unserer Welt darstellt. Das Undurchdachte. Was geschieht, geschieht ohne irgendeinen philosophischen oder ästhetischen Reflex.
edit:
und über die theater-inszenierungen, wie sie heute stattfinden:Eine Inszenierung ist gegenwärtig oft nur ein privatpsychopathisches Unternehmen, das maßgeblich von Illiteraten bestimmt wird, die überhaupt gar nichts lesen, nicht einmal das Stück, das sie gerade vor sich haben, die also keinen literarischen Assoziationsraum besitzen. er hat ja zu 100% recht, leider.
ferromonte - 3. Mär. 2006, 8:20
der unterstellung,
gegenwärtige "inszenierungen" sind aber sicher oft privatpsychopathische unternehmen, da pflichte ich bei. ursache ist aber m.e. nicht, dass die urheber derselben nichts lesen, sondern dass sie zuviel für sich selbst wollen, das wesen von jeglicher kunst bei weitem nicht begriffen, verinnerlicht oder verstanden haben (das ja in der gegenwart kaum noch am atmen ist), und dadurch die stücke in ihren viel zu klobigen geistesfingern zur stärkung des eigenen egos (privatpsychopathisch eben) zermalmen.
denn im zweifelsfalle entschiede sich ein künstler doch, ginge es um sein leben oder um ein kunstwerk, für letzteres; und das ist kein unterschied.
ich werde sicher nicht
auch er hat seine gedanken schön in worte gegossen... :-)