kontrast

wenn man einige tage aus der stadt rausgekommen ist, die sonne und die berge gesehen hat und dann wieder zurückkommt, sieht man alles wieder mit relativen augen. was wesentlich ist, was unwesentlich. allerdings: der blumenstock ist eingegangen weil er drei tage zu wenig wasser bekommen hat, das wasser im aquarium ist reif für einen wechsel und die milch im kühlschrank nicht mehr zu gebrauchen. wie schön!

elke krystufek

vor zwei tagen die ausstellung in weidling (sammlung essl) gesehen.
nachhaltiger eindruck - schwierig insofern, als man sich wieder die alte frage stellt: was ist kunst und was ist marketing?
trotzdem ein beeindruckendes ereignis: totale selbstdarstellung, aber immer gesellschaftskritisch, nie rein narzißtisch. tabubrüche nicht aus sensationslust, sondern aus notwendigkeit; sicher aber auch durchaus kalkuliert. feine ironie, zynismus, viel humor.
thema des sexuellen mißbrauches, von den kritiken nicht wahrgenommen, aber überdeutlich sichtbar. !
"bildende" kunst als hochgradig politische aktion, keine spur von "schönen künsten" oder ästhetisierung, direkte konfrontation mit realitäten, die unsere gesellschaft hervorbringt, die wir SIND. daher erschütternd auch, weil an der oberfläche nicht nur gekratzt sondern diese aufgerissen und dahintergeschaut wird.
gut und notwendig, sollten wir uns alle ansehen.

50% weniger gehalt für autoren

gestern abend fand im RKH wien im funkhaus zum 10. mal die "lange nacht des hörspiels" statt. vor dem ehemaligen gr. sendesaal eine kleine gruppe von demonstranten: autoren, die ihrem unmut ausdruck verliehen, weil sie seit 1.1.2003 nur mehr die hälfte des bisherigen honorarsatzes für ein hörspiel bekommen. regiesseure, schauspieler/sprecher und techniker etc. erhalten natürlich ihr volles gehalt wie bisher. aber leider müsse eben überall gespart werden, wie moderator konrad zobel, chef der radioliteratur, unglaubwürdig bedauernd meinte. während die gäste der verantstaltung drinnen die ersten 10 min eine diashow zum thema aufnahmetechnik über sich ergehen lassen musste - grotesk! aber natürlich muß an erster stelle den haustechnikern des orf ein forum zur selbstbeweihräucherung gegeben werden, dramaturgisch hocheffizient - wurden draußen nahmhafte und prominente autoren wie j. haslinger und g. jonke nicht reingelassen und von polizisten rumgestossen. drinnen wurde die technik-diashow immer wieder von buh- und zwischenrufen unterbrochen, die auf die misere der autoren aufmerksam machen sollte.
nachdem auf rührende weise regisseur und sprechende schauspieler einander vesichert hatten, wie wundervoll doch diese arbeit mit der sprache sei und wie gerne sie das doch machen, wurden endlich haslinger und jonke reingelassen und durften sich zu drei geladenen autorInnen setzen, die nun auch ähnlich salbungsvolle worte hätten fließen lassen sollen ... aber es kam anders. die autorInnen stimmten nicht in den sülzenden kanon ein, sie sagten klar und deutlich ihre meinung zu den durchgeführten kürzungen, und zobel konnte sich so schlecht und recht rauswinden, ging zum nächsten programmpunkt über .. im grunde aber war das wieder einmal der typische ausgang einer demokratischen und friedlichen demonstration: die demonstranten werden rumgestoßen, ein wenig lächerlich gemacht, man ignoriert sie, keine folgen. sicher, es war eine live-sendung und die rebellischen stimmen wurden live übertragen. das ist schon was.
es ist natürlich eine frage der "kulturpolitik", und es gibt primär verantwortliche, die diese entscheidung zu tragen haben. im orf muß natürlich auch gespart werden, und das sieht so aus: jeder abteilungsleiter entlässt einen oder mehrere freie mitarbeiter, und dann gehts scho wieder: sein gehalt bleibt gleich, seine regelmässigen gehaltserhöhungen sind gesichert. die techniker, regiesseure und sprecher bekommen ihr geld, klar doch, nur die autoren sind die dummen.
"das salz in der suppe" seien die autoren, meinte einer der honoratioren des abends. der vergleich hinkt gewaltig: es ist ein unterschied, eine suppe oder gar keine zu essen, verglichen mit einer ungesalzenen oder gesalzenen ...

pauli, mein kleiner

am samstag abend bist du gelandet, am montag wir haben 5 vanille-joghurt (nur LC1) gekauft, für jeden tag eines. zum frühstück ißt du am liebsten ein schoko-knusper-müsli mit vanille-joghurt, deine neue enteckung ist roibos-tee mit vanille aroma. wir sind auf dem eis der zugefrorenen alten donau gewesen, haben rutsch-rekorde aufgestellt, die fliegenden schwäne beobachtet und steine geworfen in der sonne. haben kuchen gemacht, pizza, spaghetti und cypriotisches spezial-gulasch, haben stundenlang gegamed am PC und uns über weblogs mokiert; freunde besucht und uns von freunden besuchen lassen. wieder einmal war ich überglücklich einen so großartigen kleinen sohn, und du stolz darauf einen papi mit einem "halben schuß" zu haben: einen halben schuß zu haben ist genial, wie du sagt, ein ganzer schuß bedeutet allerdings ein problem.
morgen fliegst du wieder heim, die woche ist viel zu schnell vergangen und ich werde wieder dieses gefühl von amputiert-sein haben, du wirst mir wieder fehlen wie ein körperteil, der plötzlich weg ist.
vielleicht sehen wir uns zu ostern wieder, vielleicht aber auch erst im sommer. ich vermiß dich schon jetzt ...

barock

eigenartig auch: ich höre in meinem kopf sehr oft barockmusik, vornehmlich händel, bach oder vivaldi. das setzt von selber ein, wenn ich hinausgehe. dabei mag ich zwar die barockmusik gerne, genau wie renaissancemusik, aber barocke kirchen oder paläste - gefallen mir überhaupt nicht. das gibt mir zu denken: warum ist das so?

licht

die paar sonnenstrahlen, die durch den kalten wind dringen und von den weißen wänden der hausfassaden reflektiert werden, ziehen mich hinaus. wie dringend wir doch die sonne brauchen, wie lebenswichtig das sonnenlicht ist. angeblich soll ein solarium helfen gegen winterdepression: ich weiß nicht.
jetzt: rausrennen, sich gegen den wind stemmen, laufen, und in den wind schreien, ja, das ist es was ich gleich machen werde ...

-------------------------------------------------------------------------------

-- da bin ich wieder: es war ein lichtsturm, eine oper des lichtes dort draußen, und meine speicher sind gefüllt, randvoll. draußen an den altarmen der donau sind nur ein paar vögel, bäume, schilf, eis und wasser und das LICHT.

licht

und der kalte wind reinigt die windungen des gehirns von den redundanten stumpfen gedanken, die meine ganglien blockieren und die wahrnehmung unmöglich machen .. kein mensch zu sehen, das tut gut, und die felder voller saatkrähen, sie fliegen auf als ich meine kamera herausnehme, als würden sie nicht aufs bild wollen.

kraehen

da fühlst du ingeborg bachmanns worte aus "die gestundete zeit":
....
Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!

Es kommen härtere Tage.
-- --
am eis ist es ein spiel des lichtes mit dem wasser, in seiner flüssigen wie seiner festen form. da schauen dir formen entgegen, wie sie nur dieses eine mal entstehen konnten, die vielleicht morgen schon anders oder überhaupt nicht mehr da sind. und diese unberechenbare einzigartigkeit, die doch den naturgesetzen folgt und in ihrer hohen komplexität das gefühl, schönes wahrzunehmen, auslöst, ist vergänglich und der ständigen metamorphose unterworfen, so wie unser leben - nur wehren wir uns dagegen und wollen es nicht: die angst vor veränderungen ist der indikator für die un-eigentlichkeit unserer existenzen.

eis

auf dem heimweg finde ich auf der straße ein kleines sylvester-schwein aus keramik, ein glücksbringer. glänzelnd liegt es auf dem asphalt, vier kleine punkte als füße. ich hebe ihn auf und stecke ihn ein, wer weiß wofür er gut sein wird ..
---------


User Status

Du bist nicht angemeldet.

free text

aus dem bildarchiv:

OhneTitel-120klein

gehört


Don Pullen
New Beginnings


Sarah Vaughan
Black Coffee


Eva Cassidy
Songbird


counter

suche

 

recently modified

umzug, ende der phase...
mit dem heutigen tag übersiedle ich zu wordpress. hier...
ferromonte - 11. Apr, 22:47
2020
unworte des jahres: "covid-19" "stop corona app" "wieder...
ferromonte - 9. Apr, 14:40
was wir glauben
in einer Situation wie dieser Corona-Krise kann man...
ferromonte - 8. Apr, 11:19
hmja
Dass die EU einmal mehr total versagt, weil wir alle...
ferromonte - 19. Mär, 14:20
Sturheit und Dummheit
https://www.derstandard.at /story/2000115394387/sture -geht-nicht-formeln...
ferromonte - 6. Mär, 15:31
oh ja
oh ja
boomerang - 5. Mär, 23:13
Corona und 2020
Das Erschreckende an der Corona-Thematik sind die Medien(!!),...
ferromonte - 5. Mär, 08:14

Status

Online seit 8381 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 15. Jul, 02:09

RSS Box

Credits