plattform

ich lese michel houellebecqs plattform und finde es schrecklich, aber auch typisch - insofern, als das buch eine richtung beschreibt, die wir (als europäer) eingeschlagen haben; immer wieder muss ich an 1984 von orwell und brave new world von huxley denken, die, obschon oder weil viel älter, heute wirklichkeit sind. der zentralistische welt-faschistenstaat formiert sich deutlich (9/11 war ein quantensprung für die agenda), unter der führenden kraft der bush-familie streben wir (wie die schafe, die ihrem hirten folgen) dem ziel der totalen kontrolle zu, assesstiert von der EU und der UNO. der satz aus orwells 1984: "Wenn Sie sich ein Bild von der Zukunft ausmalen wollen, dann stellen Sie sich einen Stiefel vor, der in ein Menschenantlitz tritt - immer und immer wieder."
es gab eine zeit in der achtziger- und neuzigerjahren, da war für mich huxleys prophetischer roman näher an unserer zukunft als 1984. jetzt ist es deutlich anders.
während ich houellebecqs plattform lese, spüre ich unsere zerstörten gefühle, die unfähigkeit wahrzunehmen und zu empfinden, und die hoffnungslosigkeit unserer zukunft ... wir kriechen in den trümmern unserer gier und unserer dummheit und meinen auch noch, es ginge uns gut und wir wären frei ...
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wenn ich aus meiner fensterfront sehe, scheint alles ruhig und idyllisch, die sonne ist vor einer stunde untergegangen und nur weit hinten (ich sehe den schneeberg von meiner terrasse aus), wo der himmel die erde berührt, sind rote und orange wolkenschleier verdichtet, von unten angestrahlt von der zurückgelassenen sonne. warm ist es draußen, wie im frühling, man kann sich glücklich räkeln und seufzen - und danken für solche minuten oder stunden.

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