"körperwelten": hingerichtete strafgefangene aus china

die ausstellung, die auch hier in wien sowohl entsetzen wie auch begeisterung ausgelöste, hat jetzt ein nachspiel: die dt. staatsanwaltschaft leitet möglicherweise ein ermittlungsverfahren ein.
in seinem ausstellungskatalog hatte g. von hagens noch geschrieben, er präpariere menschen, die ihren leichnam testamentarisch der wissenschaft vermacht hätten. (zu beginn des kataloges heißt es: 'wir danken den körperspendern, ohne die diese ausstellung nicht möglich wäre.'). wie es scheint, wurden auch die leichen in china hingerichteter strafgefangener verwendet.
ich frage mich, wieso das alles so lange braucht? daß der mann dreck am stecken hat war doch von anfang an klar, und dieser anfang war doch mittlerweile vor jahren.

edit: die presse schreibt auch darüber. der link http://www.koerperwelten.com verrät, daß der mann neue ausstellungen plant und durchführt, wohl nach dem motto "never change a winning team". nachdem viele millionen menschen ihren obulus bezahlt haben, soll natürlich die goldgrube ausgeschöpft werden solange es geht. sogar ausstellungsziele hat der findige geschäftsmann formuliert.
Zorra - 19. Jan, 16:59

Justizia ist nicht nur

blind sondern auch langsam.

ferromonte - 19. Jan, 17:02

und gut

gepolstert mit geld ..
Zorra - 19. Jan, 17:06

und verfolgt manchmal

eigene Interessen...

Ich habe darüber schon länger mal eine Sendung gesehen. Er soll auch Tote in Russland "eingekauft" haben.
ferromonte - 19. Jan, 17:17

hab gerade

nachgesehen, ich hatte schon mal etwas gepostet, was damit zu tun hatte: http://ferromonte.twoday.net/stories/65762/
allerdings in branchenübergreifender sache.
tilak - 19. Jan, 18:14

ich will euch nicht schockieren,

aber ich fand die Ausstellung trotzdem hochinteressant. Ich kann mich noch erinnern, dass ich sogar 45 Minuten an der Kassa gewartet habe, um reinzukommen.
Das soll nicht heißen, dass ich die Methoden, wie er zu den Körpern kommt gut finde. Ich würde mich nicht plastifizieren lassen.

ferromonte - 19. Jan, 20:16

faszinierend

mag es ja sein, wenn man einen sezierten und präparierten menschlichen körper sieht. vor allem für die, die das noch nie gesehen haben, also nicht-mediziner. aber wenn dann die leichen in pose gestellt werden, ihre eigene haut in der hand halten oder schach spielend einander gegenüber sitzen etc ... dann gefällt mir das weniger. dann müssten doch auch unbedarftere geister sich fragen, was das denn eigentlich alles soll. und wenn man das geschäft dahinter sieht, dann fragt man sich vielleicht, ob man mit menschlichen leichen auf diese weise wirklich geld verdienen soll?

wo ziehen wir dann die grenze, wenn wir nix dabei finden? wenn wir abgetriebene embryonen als halsketten präparieren? oder wozu verurteilen wir dann jenen mann in deutschland, der seinen bekannten getötet und gefressen hat? weil das mord ist? na und, was ist schon dabei? ...
ich meine: faszinierend, ok, interessant, ja. aber ich finde daß man diese dinge mit großem respekt und ohne geschäftsgedanken betrachten sollte (wobei ich zugebe, daß die mediziner auch nur in den seltensten fällen respekt haben - vor lebenden wie vor toten. nur wenn sie sehr reich sind.)

in was für einer leblosen zeit wir leben, wo alles nur dem geldmachen und amusement dient.
tilak - 19. Jan, 20:56

ich kann mich

nicht erinnern, dass posiert wurde, aber ich kann mir vorstellen, dass es irgendwann wahrscheinlich zu wenig war, die Exponate "nur" hinzustellen.
Damals war das alles noch nicht im Gespräch, ich dachte wirklich, dass diese Menschen sich freiwillig angeboten haben.
Ich habe mir auch keine großen Gedanken gemacht, ich war ehrlich nur fasziniert.
Man weiß ja noch nicht, was da jetzt raus kommt, aber kann es nicht auch sein, dass die ganze Aufregung eine Art Marketing ist, damit das wieder ins Gespräch kommt und interessant wird ?

Nachtrag: ich war übrigens im Rahmen des Biologie Unterrichts im s.g Hundsturm, wo verschiedene kranke Gehirne und auch kranke Embrionen in Reagenzgläsern gelagert werden. Ich weiß nicht, ob das noch aus Hitlers Zeiten stammt, aber ich glaube. Die wurden damals sicher auch nicht gefragt. Wir Schüler wurden übrigens nicht dazu gezwungen, wer nicht wollte oder wem schlecht wurde, konnte draussen warten.
kinomu - 20. Jan, 23:23

(wobei ich zugebe, daß die mediziner auch nur in den seltensten fällen respekt haben - vor lebenden wie vor toten. nur wenn sie sehr reich sind.)
beim ersten mal lesen dachte ich, du wolltest damit sagen, nur reiche mediziner hätten respekt. dann, dass mediziner nur respekt vor reichen hätten... das scheint eher zu stimmen.

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