50% weniger gehalt für autoren
gestern abend fand im RKH wien im funkhaus zum 10. mal die "lange nacht des hörspiels" statt. vor dem ehemaligen gr. sendesaal eine kleine gruppe von demonstranten: autoren, die ihrem unmut ausdruck verliehen, weil sie seit 1.1.2003 nur mehr die hälfte des bisherigen honorarsatzes für ein hörspiel bekommen. regiesseure, schauspieler/sprecher und techniker etc. erhalten natürlich ihr volles gehalt wie bisher. aber leider müsse eben überall gespart werden, wie moderator konrad zobel, chef der radioliteratur, unglaubwürdig bedauernd meinte. während die gäste der verantstaltung drinnen die ersten 10 min eine diashow zum thema aufnahmetechnik über sich ergehen lassen musste - grotesk! aber natürlich muß an erster stelle den haustechnikern des orf ein forum zur selbstbeweihräucherung gegeben werden, dramaturgisch hocheffizient - wurden draußen nahmhafte und prominente autoren wie j. haslinger und g. jonke nicht reingelassen und von polizisten rumgestossen. drinnen wurde die technik-diashow immer wieder von buh- und zwischenrufen unterbrochen, die auf die misere der autoren aufmerksam machen sollte.
nachdem auf rührende weise regisseur und sprechende schauspieler einander vesichert hatten, wie wundervoll doch diese arbeit mit der sprache sei und wie gerne sie das doch machen, wurden endlich haslinger und jonke reingelassen und durften sich zu drei geladenen autorInnen setzen, die nun auch ähnlich salbungsvolle worte hätten fließen lassen sollen ... aber es kam anders. die autorInnen stimmten nicht in den sülzenden kanon ein, sie sagten klar und deutlich ihre meinung zu den durchgeführten kürzungen, und zobel konnte sich so schlecht und recht rauswinden, ging zum nächsten programmpunkt über .. im grunde aber war das wieder einmal der typische ausgang einer demokratischen und friedlichen demonstration: die demonstranten werden rumgestoßen, ein wenig lächerlich gemacht, man ignoriert sie, keine folgen. sicher, es war eine live-sendung und die rebellischen stimmen wurden live übertragen. das ist schon was.
es ist natürlich eine frage der "kulturpolitik", und es gibt primär verantwortliche, die diese entscheidung zu tragen haben. im orf muß natürlich auch gespart werden, und das sieht so aus: jeder abteilungsleiter entlässt einen oder mehrere freie mitarbeiter, und dann gehts scho wieder: sein gehalt bleibt gleich, seine regelmässigen gehaltserhöhungen sind gesichert. die techniker, regiesseure und sprecher bekommen ihr geld, klar doch, nur die autoren sind die dummen.
"das salz in der suppe" seien die autoren, meinte einer der honoratioren des abends. der vergleich hinkt gewaltig: es ist ein unterschied, eine suppe oder gar keine zu essen, verglichen mit einer ungesalzenen oder gesalzenen ...
nachdem auf rührende weise regisseur und sprechende schauspieler einander vesichert hatten, wie wundervoll doch diese arbeit mit der sprache sei und wie gerne sie das doch machen, wurden endlich haslinger und jonke reingelassen und durften sich zu drei geladenen autorInnen setzen, die nun auch ähnlich salbungsvolle worte hätten fließen lassen sollen ... aber es kam anders. die autorInnen stimmten nicht in den sülzenden kanon ein, sie sagten klar und deutlich ihre meinung zu den durchgeführten kürzungen, und zobel konnte sich so schlecht und recht rauswinden, ging zum nächsten programmpunkt über .. im grunde aber war das wieder einmal der typische ausgang einer demokratischen und friedlichen demonstration: die demonstranten werden rumgestoßen, ein wenig lächerlich gemacht, man ignoriert sie, keine folgen. sicher, es war eine live-sendung und die rebellischen stimmen wurden live übertragen. das ist schon was.
es ist natürlich eine frage der "kulturpolitik", und es gibt primär verantwortliche, die diese entscheidung zu tragen haben. im orf muß natürlich auch gespart werden, und das sieht so aus: jeder abteilungsleiter entlässt einen oder mehrere freie mitarbeiter, und dann gehts scho wieder: sein gehalt bleibt gleich, seine regelmässigen gehaltserhöhungen sind gesichert. die techniker, regiesseure und sprecher bekommen ihr geld, klar doch, nur die autoren sind die dummen.
"das salz in der suppe" seien die autoren, meinte einer der honoratioren des abends. der vergleich hinkt gewaltig: es ist ein unterschied, eine suppe oder gar keine zu essen, verglichen mit einer ungesalzenen oder gesalzenen ...
ferromonte - 19. Feb. 2003, 16:05











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