die farbe des weizens
abends war ich laufen, ich sollte ein wenig trainieren für donnerstag, da werden ein freund und ich auf eine tour auf die hochalmspitze aufbrechen. zwar wird ein zeitlich so knapp angesetztes lauftraining nicht wirklich berge versetzen, aber trotzdem ...
ich laufe also hinaus in den nationalpark donau-auen. die straße wird zum weg und links von mir dehnen sich riesige getreidefelder ... ihre farbe geht vom grün schon langsam ins gelb über, und während ich den richtigen rhythmus längst gefunden habe und die gedanken frei fliegen können, während ich die schweren düfte der sträucher an wegrand einsauge und diese mir fast den atem nehmen, fallen mir plötzlich die zeilen wieder ein:
Und als die Stunde des Abschieds nahe war:
»Ach!« sagte der Fuchs, »ich werde weinen.«
»Das ist deine Schuld«, sagte der kleine Prinz, »ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, daß ich dich zähme...«
»Gewiß«, sagte der Fuchs.
»Aber nun wirst du weinen!« sagte der kleine Prinz.
»Bestimmt«, sagte der Fuchs.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe«, sagte der Fuchs, »die Farbe des Weizens gewonnen.«
Dann fügte er hinzu:
»Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, daß die deine einzig ist in der Welt.
Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken.«
ach saint-ex, wie müssen wir dir dankbar sein für deine bücher, vor allem dieses!
ich laufe also hinaus in den nationalpark donau-auen. die straße wird zum weg und links von mir dehnen sich riesige getreidefelder ... ihre farbe geht vom grün schon langsam ins gelb über, und während ich den richtigen rhythmus längst gefunden habe und die gedanken frei fliegen können, während ich die schweren düfte der sträucher an wegrand einsauge und diese mir fast den atem nehmen, fallen mir plötzlich die zeilen wieder ein:
Und als die Stunde des Abschieds nahe war:
»Ach!« sagte der Fuchs, »ich werde weinen.«
»Das ist deine Schuld«, sagte der kleine Prinz, »ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, daß ich dich zähme...«
»Gewiß«, sagte der Fuchs.
»Aber nun wirst du weinen!« sagte der kleine Prinz.
»Bestimmt«, sagte der Fuchs.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe«, sagte der Fuchs, »die Farbe des Weizens gewonnen.«
Dann fügte er hinzu:
»Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, daß die deine einzig ist in der Welt.
Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken.«
ach saint-ex, wie müssen wir dir dankbar sein für deine bücher, vor allem dieses!
ferromonte - 22. Jun. 2003, 20:22











Der kleine Prinz....
Bin ganz deiner Meinung, ferro, mir fällt häufig der eine oder andere Satz aus diesem wundervollen Buch ein, den ich manchmal erst beim erneuten Nachdenken richtig verstanden hatte. Sei es auf Französisch, womit dem Text noch ein weiterer Zauber innewohnt, oder auf Deutsch...Und am meisten liebe ich die Beobachtung des kleinen Edelmannes: "Die großen Leute sind entschieden sehr, sehr merkwürdig..." Schaut man sich derzeit die Weltläufte an, versteht man... Und:" Der kleine Prinz verzichtete niemals auf eine Frage, die er einmal gestellt hatte..."
Das sollte man sich auch angewöhnen, Thema neue Pässe, Irakkriegsfolgen oder was sonst noch auf uns zukommt.....