einsamkeit, alleinsein
das stichwort gab mir frau miss, indem sie auf meine angenommene armut und einsamkeit und wiederholt schon auf meine tätowierung am arm und mein schlumpfwesen hinwies.
ich weiß, daß sich sehr viele menschen vor einsamkeit und alleinsein fürchten (natürlich auch diese begriffe synonym verwenden) und meinen, es wäre etwas, wofür man sich schämen oder dessen man sich schuldig fühlen müsse. die dann auch sagen - um jemanden zu verletzten (mit einem fünkchen populärpsychologie) - was er doch für ein einsamer, armer mensch sei. weshalb man ihm dann (subtext) auch seine sager etwas nachsehen kann ...
aber mit dem einsamsein ist es wie mit allen dingen: auf die dosis kommt es an; die dosis bestimmt, ob etwas wie gift oder als arzneimittel wirkt; das wissen wir spätestens seit paracelsus, und diese erkenntnis ist selbstverständlich auch auf den emotionalen und psychischen bereich anwendbar. ich fühlte mich davon jetzt nicht betroffen, weil ich meine dosen an einsamkeit recht bewußt reguliere, also diesbezüglich keine krisen mehr erlebe (wie etwa mit 18/19). aber was mich erstaunt, ist eben der alltägliche sprachgebrauch und die damit zur schau gestellte eigene einstellung zu einsamkeit und alleinsein.
alleinsein ist ja etwas ganz anderes und durchwegs positiv besetztes: all-ein-sein, ein einheitsgefühl mit allem. wunderbar, und leider zu selten erlebt, aber doch oft annäherbar (natürlich ohne hilfe von drogen etc. :)).
einsamsein hingegen sehe ich als symptom; als symptom, das die möglichkeit bietet, sich bestimmter inhalte, tatsachen etc. bewußt zu werden; oder auch nötige erlebnisse ermöglicht, das einen immer wieder auf kurs bringt, wenn man die dosis an einsamkeit, alleinsein oder menschen nicht bewußt gesteuert hat, sondern sich mehr von "gruppenevents" oder betäubenden aktivitäten mitziehen lässt.
arm ist immer der, der sich mit einsamkeit oder schmerz nicht produktiv auseinandersetzen bzw. nur dumpf daran leiden kann. und diese symptome nicht für sich verwenden kann, sie daher mit angst und ablehnung belegt.
ich sehe mittlerweile beides positiv in mein leben integriert, einsamkeit und alleinsein.
die schattenseiten seien auch nicht verschwiegen: man läuft gefahr, sich durch enttäuschungen mit menschen (zu hohe ansprüche, idealismus oder ideologie) in einsamkeit und alleinsein zurückzuziehen, und kann dann in einer kultivierten isolation eine seifenblasen-identität entwickeln, die nur in den eigenen vier (bzw. sechs) wänden und in abwesenheit jeglicher anderer menschen funktioniert - ein "falsches selbst", das sich nicht im sozialen kontext gebildet hat und sich dort auch nicht bewähren kann (realitätsverlust).
ich weiß, daß sich sehr viele menschen vor einsamkeit und alleinsein fürchten (natürlich auch diese begriffe synonym verwenden) und meinen, es wäre etwas, wofür man sich schämen oder dessen man sich schuldig fühlen müsse. die dann auch sagen - um jemanden zu verletzten (mit einem fünkchen populärpsychologie) - was er doch für ein einsamer, armer mensch sei. weshalb man ihm dann (subtext) auch seine sager etwas nachsehen kann ...
aber mit dem einsamsein ist es wie mit allen dingen: auf die dosis kommt es an; die dosis bestimmt, ob etwas wie gift oder als arzneimittel wirkt; das wissen wir spätestens seit paracelsus, und diese erkenntnis ist selbstverständlich auch auf den emotionalen und psychischen bereich anwendbar. ich fühlte mich davon jetzt nicht betroffen, weil ich meine dosen an einsamkeit recht bewußt reguliere, also diesbezüglich keine krisen mehr erlebe (wie etwa mit 18/19). aber was mich erstaunt, ist eben der alltägliche sprachgebrauch und die damit zur schau gestellte eigene einstellung zu einsamkeit und alleinsein.
alleinsein ist ja etwas ganz anderes und durchwegs positiv besetztes: all-ein-sein, ein einheitsgefühl mit allem. wunderbar, und leider zu selten erlebt, aber doch oft annäherbar (natürlich ohne hilfe von drogen etc. :)).
einsamsein hingegen sehe ich als symptom; als symptom, das die möglichkeit bietet, sich bestimmter inhalte, tatsachen etc. bewußt zu werden; oder auch nötige erlebnisse ermöglicht, das einen immer wieder auf kurs bringt, wenn man die dosis an einsamkeit, alleinsein oder menschen nicht bewußt gesteuert hat, sondern sich mehr von "gruppenevents" oder betäubenden aktivitäten mitziehen lässt.
arm ist immer der, der sich mit einsamkeit oder schmerz nicht produktiv auseinandersetzen bzw. nur dumpf daran leiden kann. und diese symptome nicht für sich verwenden kann, sie daher mit angst und ablehnung belegt.
ich sehe mittlerweile beides positiv in mein leben integriert, einsamkeit und alleinsein.
die schattenseiten seien auch nicht verschwiegen: man läuft gefahr, sich durch enttäuschungen mit menschen (zu hohe ansprüche, idealismus oder ideologie) in einsamkeit und alleinsein zurückzuziehen, und kann dann in einer kultivierten isolation eine seifenblasen-identität entwickeln, die nur in den eigenen vier (bzw. sechs) wänden und in abwesenheit jeglicher anderer menschen funktioniert - ein "falsches selbst", das sich nicht im sozialen kontext gebildet hat und sich dort auch nicht bewähren kann (realitätsverlust).
ferromonte - 15. Okt. 2004, 15:48
synonym