"... Auf diese Art spielerischer Stringenz verzichtet nun die zweite Folge der Trilogie. Fast scheint es, als wollten die Brüder Wachowski mit «Matrix Reloaded» die Rückseite des postmodernen Denkens ergründen, seine Nachtexistenz, die im Schimpfwort anything goes ihren prägnantesten Ausdruck gefunden hat. Die düster-phobische Grundstruktur aus Teil eins jedenfalls ist einer fröhlichen Zitatenschlacht gewichen, in der alle möglichen Theorien blutig ihre innersten Organe opfern müssen: Theologischer Glaube steht da wissenschaftlicher Erkenntnis entgegen; utilitaristische und Zen-buddhistische Sentenzen kreuzen die Klinge; Kausaldenken, das nach Ansicht einiger postmoderner Philosophen die Causa allen Übels ist, tritt gegen Mikrophysiken der Macht an - und gegen einen wild gewordenen Existenzialismus, der im Begriff der Wahl sein taumelndes Mantra findet.
(...)"
in der NZZ eine gnadenlose analyse der matrix-filme, die absolut lesenswert ist ...
fm
also hab ichs jetzt auch gesehen. was die schweizerin in ihrer NZZ kritik schreibt, kann ich großteils mittragen, namentlich: "Ärgerlich allerdings, dass in diesem Knäuel der Phrasen kein roter Faden mehr übrig bleibt, dass die Philosopheme und Fragmente einander zerreiben und sich zuweilen auch öffentlich und ohne Scham widersprechen: So glaubt etwa Morpheus in einer Sequenz daran, dass man sein eigenes Schicksal wählen und bestimmen kann, um kaum zwei Minuten später mit heissen Worten dem Prinzip der Vorhersehung zu huldigen - zwei Weltbilder, die in so verschiedene Richtungen blicken wie die beiden Augen von Jean-Paul Sartre."
nicht aber den schluß ihrer kritik: ich wills nicht verachten, der film trifft wirklich einen nerv unserer tage, er spiegelt uns recht gut wider: die halbbildung, das comic-element, die dauernd präsente gewalt, der mischmasch aus mystizismus und dem glauben an naturwissenschaft, die ganzen versatzstücke unserer gesellschaften hier im industrialisierten "wesen": heldentum, erlösermythos, spiel, oberflächliche sexvorstellungen und alles durchdringende (LCS) liebesvorstellungen, philosophischer eklektizismus. das "weitermachen" der todgeweihten, die doch nie die hoffnung aufgegeben haben, daß alles gut ausgeht...
die philiosophie der matrix-filme
(...)"
in der NZZ eine gnadenlose analyse der matrix-filme, die absolut lesenswert ist ...
fm
alsdann,
"Ärgerlich allerdings, dass in diesem Knäuel der Phrasen kein roter Faden mehr übrig bleibt, dass die Philosopheme und Fragmente einander zerreiben und sich zuweilen auch öffentlich und ohne Scham widersprechen: So glaubt etwa Morpheus in einer Sequenz daran, dass man sein eigenes Schicksal wählen und bestimmen kann, um kaum zwei Minuten später mit heissen Worten dem Prinzip der Vorhersehung zu huldigen - zwei Weltbilder, die in so verschiedene Richtungen blicken wie die beiden Augen von Jean-Paul Sartre."
nicht aber den schluß ihrer kritik: ich wills nicht verachten, der film trifft wirklich einen nerv unserer tage, er spiegelt uns recht gut wider: die halbbildung, das comic-element, die dauernd präsente gewalt, der mischmasch aus mystizismus und dem glauben an naturwissenschaft, die ganzen versatzstücke unserer gesellschaften hier im industrialisierten "wesen": heldentum, erlösermythos, spiel, oberflächliche sexvorstellungen und alles durchdringende (LCS) liebesvorstellungen, philosophischer eklektizismus. das "weitermachen" der todgeweihten, die doch nie die hoffnung aufgegeben haben, daß alles gut ausgeht...