gedanken zum wahlkampf

den eindruck, den man als tourist in wien bekommt, ist der:
da gibts eine eloquente kandidatin, die es versteht sich in szene zu setzen, die offenbar deutlich dieses amt WILL und alles dafür tut. und einen kandidaten, der müde und kraftlos wirkt, wie ein soldat, der von seiner truppe aufgestellt wurde um seine pflicht zu tun.
das alles hat noch nichts mit inhalten und qualifikationen zu tun - es ist nur das bild, das durch werbung und medien projeziert wird. und wenn man bedenkt, daß dieses bild das wahlentscheidende und ausschlaggebende sein wird, können wir damit rechnen, in 12 tagen eine frau waldner als bundespräsidentin zu haben. das würde bedeuten, daß die ÖVP die regierung dominiert und die bundespräsidentin stellt; das würde bedeuten, daß diese partei mit noch mehr selbstbewußtsein und "wählerunterstützung" ihre unüberlegten, neoliberalen und menschenverachtenden "reformen" umsetzen kann, sich ihre gesetze von einer der ihren unterschreiben lassen kann.

fischer, der sicher für dieses amt der tauglichere kandidat ist, scheint aber leider unfähig, einen (medienwirksamen) wahlkampf zu führen. oder der ORF sabotiert ihn (auch denkbar). ohne fernsehwirksame auftritte, rhetorische höhepunkte und pointen (er muß sympathiepunkte sammeln und präsenter sein) und wenigstens eine letzte frische plakatserie (für die es vielleicht schon zu spät ist) zerfällt sein bild in der öffentlichkeit eher zu staub, und auch ein optional gelungenes TV-duell wird das blatt nicht wenden.
selbst wenn es mit der SPÖ unverkennbar immer tiefer abwärts geht, warum nimmt fischer nicht die möglichkeit wahr und tut mehr für seine kandidatur? wenn es ihm gleichgültig ist (und diesen eindruck hat man leider bekommen), warum kandidiert er überhaupt?
keine frage, daß ich ihn wähle - ist das doch die einzige möglichkeit in dieser sache (und in diesem geltenden wahlsystem) ferrero-waldner und der ÖVP etwas entgegenzusetzen - aber warum diese müdigkeit der SPÖ? von den grünen rede ich gar nicht mehr, sie verhalten sich fast nur noch selbstverstrickt und hedonistisch (unter dem deckmäntelchen der kritischen haltung; auch von ihnen ist mehr verlangt als rein oppositionelles störverhalten).

wollen wir wirklich frau waldner als bundespräsidentin?
(zugegeben, ihre wahlkampftruppe macht das sehr geschickt, auch das ausschlachten ihres vornamens für populistische zwecke ist clever inszeniert, ich denke da immer an "einfach jörg, einfach kärnten".) diese frau hat sich doch in ihrem für das wählervolk wahrnehmbaren öffentlichen auftreten immer mit dem wind gedreht, hat nie haltung gezeigt, was man von fischer sehr wohl sagen kann. fischer hat auch seine überparteilichkeit zehn jahre lang als parlamentspräsident geübt und bewiesen.

Fakten ueber Ferrero-Waldner

--> diese website ist zwar eindeutig gegen frau waldner orientiert, aber das sollte uns heute nicht stören. unter den rubriken "politikerin" und "aussenministerin" finden sich genug brauchbare fakten, um einsehen zu können, warum frau waldner (immer einer meinung mit ihrem chef schüssel) vollkommen unfähig ist, dieses amt innezuhaben. und um ihre (waldners) altersversorgung brauchen sich die wähler auch keine sorgen zu machen, um die eigene schon eher.
Semi - 14. Apr, 09:42

diesem Kommentar kann ich nichts hinzufügen - Stimme 100%ig überein

kdany - 14. Apr, 10:01

dein kommentar

ist o.k. und (durchaus) auch von meiner unmassgeblichen seite zu unterschreiben. allerdings bzgl medienwirksamkeit von fischer: ich weiss nicht, ob es gescheit wäre, 'pinten' zu setzen. ich glaube, so wie derzeit 'wirkt' (ruhig, gesetzt, überlegt, unaufgeregt) entspricht er dem wollen & suchen vieler (vor allem älterer) menschInnen. es könnte somit (auch) 'strategie' sein. fischer wie renner anno dazumal...

ferromonte - 14. Apr, 10:35

die zeiten

von renner sind vorbei und geschichte, und sie kommen nicht wieder.
ich dachte mir auch, daß fischers gesetzte art ein bonus sein wird, aber daran zweifle ich jetzt eher. weil er zu wenig anwesend ist. diese fehlende präsenz - und gleichzeitig ist waldner überall - lässt das eher nach müdigkeit und mangelndem willen aussehen. er macht es frau waldner schon sehr leicht, indem er ihr die bühne überlässt
... aber wir werden ja sehen; noch sind 12 tage, und eine tv-konfrontation. noch ist die wahl nicht getroffen.
die älteren wähler - ja, hoffentlich wählen wenigsten sie fischer. auch dort herrschen recht unterschiedliche ansichten, wie ich bemerkt habe.
kinomu - 15. Apr, 15:15

viele ältere wähler wollen auf keinen fall, dass eine frau bundespräsident wird. die wählen fischer allein schon, weil er ein mann ist.
tilak - 14. Apr, 10:59

Wahlbeteiligung

es wird, wie immer, auf die Wahlbeteiligung ankommen. Österreichs Bevölkerungsstruktur ist eher alt, die oldies dominieren unsere Bevölkerung und sie werden es auch sein, die eine Präsidentschaftswahl ernst nehmen und zur Wahl gehen werden.
Dass Herr Fischer eher blass und unscheinbar rüber kommt (speziell im Vergleich mit Frau Waldner) ist mir auch schon aufgefallen. Das scheint z.Z. generell die Startegie der Sozialisten zu sein, wenn ich da an Herrn Gusenbauer denke .....
Ich finde derzeit keine "strahlende" Persönlichkeit innerhalb der SPÖ (Ausnahme: Frau Burgstaller) und das gibt mir schon länger zu denken.

Der_Eisenschmyd - 14. Apr, 12:30

Immerhin könnt ihr euren Präsidenten selber wählen...

ferromonte - 16. Apr, 10:04

habe mir gestern überlegt

wie arg es sein muß, wenn wir diese sandkastennummer nicht ausführen könnten und die abgeordneten den/die bundespräsidenten/in bestimmen würden.
das volk braucht tätsächlich solche spiele: sie suggerieren uns, daß wir mitbestimmen könnten.
Semi - 16. Apr, 16:29

der Eysenschmyd hat ja recht, denn wenn bei uns auch die Abgeordneten die BundespräsidentIn wählen würden, dann hätten wir die lächlerin sicher - so gibt es noch eine Chance (nützen wir sie!!!)
kinomu - 16. Apr, 21:20

ich habe mir gedacht,

dass der lächerliche wahlkampf, dessen höhepunkte mannerschnitten, überklebte plakate, zuckerl und böse satireseiten sind, der bevölkerung eindrucksvoll zeigt, wie unbedeutend der bundespräsident wirklich ist und dass es besser wäre, er würde, so, wie in deutschland, vom nationalrat gewählt.
würde uns den peinlichen wahlkampf ersparen. die vielen die verkehrssicherheit beeinträchtigenden plakate würden nicht aufgestellt. etc.

im übrigen bin ich der meinung, dass die parteienförderung in österreich zu hoch ist.

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