unfall
heute, als der verkehr im verein mit dem gefallenen schnee wieder unfälle en masse produzierte, erinnerte ich mich an den einzigen autounfall, den ich jemals hatte:
es war in meiner zivildienstzeit, vor 7 jahren etwa. an einem freien tag war ich mit d. zu ikea nach vösendorf gefahren, und wir fuhren nun so schnell es der verkehr erlaubte - und das waren etwa 30-40 km/h- die lerchenfelderstrasse stadtein heimwärts. es war knapp vor 18h und etwa auf der halben höhe, als ich einen jungen mann sah, der am straßenrand auf meiner seite stand und in fahrtrichtung schaute, immer in fahrtrichtung. als ich etwa 2 m vor ihm war, ging er plötzlich los, über die strasse. ich bremste was ich konnte, aber da half nichts mehr: der wagen erwischte ihn mit dem rechten vorderlicht am oberschenkel und schleuderte ihn auf die windschutzscheibe. dann blieb er stehen, zu spät die bremswirkung, und das schleuderte den mann vor das auto auf die straße zurück. dort lag er dann, laut schreiend, sein linkes bein war grotesk verrenkt, ich wußte sofort daß es gebrochen war. sein gesicht war rot von blut, das ihm aus den haaren übers gesicht rann.
der motor war abgestorben, die frontscheibe ein bröselwerk, nur das autroradio lief noch. ich schaltete es aus. der verkehr rundum war völlig zum stillstand gekommen.
wir saßen drei lange sekunden einfach da und sagten und taten nichts, dann sprang d. aus dem auto und rekrutierte sofort einige zeugen, die im fall für uns aussagen würden - ich staunte, weil ich nie auf die idee gekommen wäre, ich dachte nur an das schreiende häufchen, das vor dem auto auf den gleisen der straßenbahn lag. erstaunlicherweise war ich vollkommen ruhig. ich wußte genau, was zu tun war. ich leistete erste hilfe wie es im buch steht. lagerte den verletzten richtig, fragte umstehende nach decken, ob ein arzt da wäre, bat sie die rettung zu alarmieren. eine sterile wundauflage auf seine blutende kopfhautwunde, ihm bei einhalten einer schmerzerträglichen lage helfen, bis die rettung kommt.
die war ziemlich schnell hier, fasste ihn roh an und hob ihn ins fahrzeug. ich erklärte was passiert war, gab meinen namen an, erkundigte mich noch in welches spital er gebracht wurde;
dann die polizei. ewig dauerndes protokoll, d. und ich getrennt befragt, offenbar erzählten wir die gleiche geschichte. dann endlich schluß mit alledem, zweimal ums eck biegen, und einparken. als ich ausstieg, zitterte ich am ganzen körper. erst jetzt wurde mir bewußt, wie total fertig ich war. ich musste mich setzen und trank etwa einen liter wasser, in einem zug.
ich blieb unschuldig, und der arme kerl musste auch noch den schaden am fahrzeug zahlen, leider war er nicht versichert. dem geld musste ich noch monatelang nachrennen, weil er nicht zahlen wollte, und das war nochmal so unangenehm: jetzt musste ich wegen dem leidigen geld auch noch nerven.
ich besuchte ihn im hanusch-krankenhaus, er war sehr erstaunt, weil er mich als sanitäter in erinnerung hatte und nicht als lenker. komische situation ... er erzählte mir übrigens auch, warum er plötzlich losgelaufen war: weil es fast 18h war und er noch schnell zigaretten kaufen wollte in der trafik vis a vis.
schlußendlich bekam er einen stift in die hüfte und humpelte mit krücken herum, und ich bekam einen vorladung vom polizeisekretariat in der josefstadt. sie wollten mich mit einer strafe wegen zu schnellen fahrens versehen und händigten mir einen zahlschein über 400.-ATS aus. ich staunte nicht schlecht und fragte den oberpolizisten (ein dr. jur.) dort, wie er mich wegen zu schnellen fahrens bestrafen könne, wenn ich doch nur zwischen 30 und 40km/h gefahren wäre. auf einer straße, auf der ich 50 hätte fahren dürfen. seine antwort: wenn ich langsamer gefahren wäre, wäre vielleicht nichts passiert. was für eine logik. ich fragte, was passiere, wenn ich das nicht bezahle weil ich es für ungerecht halte, und er meinte mit plötzlich klein gewordenen zornigen augen: "dann könnten sie wirklich ernsthafte probleme kriegen." ich nahm den zahlschein und meinte noch, er mache da ganz hervorragende arbeit, und ging.
ich zahlte nichts, bis ich eine mahnung bekam. dann zahlte ich die 400 S und hasste die polizei dafür, denn auch damals waren 400 S nicht wenig geld für mich.
es war in meiner zivildienstzeit, vor 7 jahren etwa. an einem freien tag war ich mit d. zu ikea nach vösendorf gefahren, und wir fuhren nun so schnell es der verkehr erlaubte - und das waren etwa 30-40 km/h- die lerchenfelderstrasse stadtein heimwärts. es war knapp vor 18h und etwa auf der halben höhe, als ich einen jungen mann sah, der am straßenrand auf meiner seite stand und in fahrtrichtung schaute, immer in fahrtrichtung. als ich etwa 2 m vor ihm war, ging er plötzlich los, über die strasse. ich bremste was ich konnte, aber da half nichts mehr: der wagen erwischte ihn mit dem rechten vorderlicht am oberschenkel und schleuderte ihn auf die windschutzscheibe. dann blieb er stehen, zu spät die bremswirkung, und das schleuderte den mann vor das auto auf die straße zurück. dort lag er dann, laut schreiend, sein linkes bein war grotesk verrenkt, ich wußte sofort daß es gebrochen war. sein gesicht war rot von blut, das ihm aus den haaren übers gesicht rann.
der motor war abgestorben, die frontscheibe ein bröselwerk, nur das autroradio lief noch. ich schaltete es aus. der verkehr rundum war völlig zum stillstand gekommen.
wir saßen drei lange sekunden einfach da und sagten und taten nichts, dann sprang d. aus dem auto und rekrutierte sofort einige zeugen, die im fall für uns aussagen würden - ich staunte, weil ich nie auf die idee gekommen wäre, ich dachte nur an das schreiende häufchen, das vor dem auto auf den gleisen der straßenbahn lag. erstaunlicherweise war ich vollkommen ruhig. ich wußte genau, was zu tun war. ich leistete erste hilfe wie es im buch steht. lagerte den verletzten richtig, fragte umstehende nach decken, ob ein arzt da wäre, bat sie die rettung zu alarmieren. eine sterile wundauflage auf seine blutende kopfhautwunde, ihm bei einhalten einer schmerzerträglichen lage helfen, bis die rettung kommt.
die war ziemlich schnell hier, fasste ihn roh an und hob ihn ins fahrzeug. ich erklärte was passiert war, gab meinen namen an, erkundigte mich noch in welches spital er gebracht wurde;
dann die polizei. ewig dauerndes protokoll, d. und ich getrennt befragt, offenbar erzählten wir die gleiche geschichte. dann endlich schluß mit alledem, zweimal ums eck biegen, und einparken. als ich ausstieg, zitterte ich am ganzen körper. erst jetzt wurde mir bewußt, wie total fertig ich war. ich musste mich setzen und trank etwa einen liter wasser, in einem zug.
ich blieb unschuldig, und der arme kerl musste auch noch den schaden am fahrzeug zahlen, leider war er nicht versichert. dem geld musste ich noch monatelang nachrennen, weil er nicht zahlen wollte, und das war nochmal so unangenehm: jetzt musste ich wegen dem leidigen geld auch noch nerven.
ich besuchte ihn im hanusch-krankenhaus, er war sehr erstaunt, weil er mich als sanitäter in erinnerung hatte und nicht als lenker. komische situation ... er erzählte mir übrigens auch, warum er plötzlich losgelaufen war: weil es fast 18h war und er noch schnell zigaretten kaufen wollte in der trafik vis a vis.
schlußendlich bekam er einen stift in die hüfte und humpelte mit krücken herum, und ich bekam einen vorladung vom polizeisekretariat in der josefstadt. sie wollten mich mit einer strafe wegen zu schnellen fahrens versehen und händigten mir einen zahlschein über 400.-ATS aus. ich staunte nicht schlecht und fragte den oberpolizisten (ein dr. jur.) dort, wie er mich wegen zu schnellen fahrens bestrafen könne, wenn ich doch nur zwischen 30 und 40km/h gefahren wäre. auf einer straße, auf der ich 50 hätte fahren dürfen. seine antwort: wenn ich langsamer gefahren wäre, wäre vielleicht nichts passiert. was für eine logik. ich fragte, was passiere, wenn ich das nicht bezahle weil ich es für ungerecht halte, und er meinte mit plötzlich klein gewordenen zornigen augen: "dann könnten sie wirklich ernsthafte probleme kriegen." ich nahm den zahlschein und meinte noch, er mache da ganz hervorragende arbeit, und ging.
ich zahlte nichts, bis ich eine mahnung bekam. dann zahlte ich die 400 S und hasste die polizei dafür, denn auch damals waren 400 S nicht wenig geld für mich.
ferromonte - 26. Jan. 2004, 15:59
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