laufen. wintasun.
unter den schuhen knirschen die eiskristalle des rauhreifs, der auf den grashalmen liegt. im schatten hat er sich fast bis mittags gehalten.
man friert, wenn man zu laufen beginnt, denn die kälte dringt fast ungehemmt durch die dünnen kleider. bald wird wärme von innen heraus den körper durchfluten, bis in die fingerspitzen, und kein bißchen kälte mehr wird spürbar sein. man findet den rhythmus und läuft leicht und ohne gewicht hinaus, durch die felder dem altwasser zu. kalte luft durch die nase eingesogen, warme feuchte luft durch den mund ausgeatmet; linker fuß, rechter fuß, man fühlt das herz schlagen und freut sich über den klang, man fühlt die eigene stärke und gesundheit und ist glücklich darüber.
mit dem laufen stellen sich die gedanken ein: was liegt an, was ist zu erledigen, was war in den letzten tagen. wie fühlt sich die seele. aber auch unmotivierte erinnerungen an weit zurückliegende ereignisse: kindheitserinnerungen, bergerinnerungen. was letzten winter um diese zeit war, wie lange das eis gehalten hat diesen frühling.
einschwenken in den nationalpark donauauen, hundert oder etwas mehr meter bis zum wasser. ob nach dieser frostigen nacht schon eis zu sehen ist? sicher ... und ja, es glitzert schon aus einiger entfernung, das ist eis. am ufer sieht man es dann genau: pflanzliche formen bilden die eiskristalle, wie riesige "tropische" eisblumen blinkt es herüber, an einigen stellen von den sonnenstrahlen auch schon wieder aufgelöst. wunderschön. weiter vorne liegt ein baum im wasser, von bibern gefällt. bei dem niedrigen wasserstand sieht er fast urzeitlich aus, so halb im wasser, als würde er nicht ganz versinken können in einem tertiären moor.
alles lichtdurchflutet. kalte klare luft. blauer himmel.
man will stehen bleiben, läuft aber doch weiter, wenn auch langsamer. findet einen neuen rhythmus: 4 schritte, einatmen, 4 schritte, ausatmen. so kann man mehr beobachten. bleibt man doch einmal stehen, rollt die natur wie eine brandungswelle über einen, man empfindet ihre schönheit körperlich, neuronal, wie einen sanften elektrischen schock.
am ende des wasserarmes spuren der anderen: unzählige steine auf dem eis, die versuche die eisdecke zu durchbrechen sind offenbar gescheitert. an schattigen stellen entlang des wasserarmes hat man gesehen: stellenweise mehrere zentimeter dickes eis. drüberlaufen sollte man aber noch nicht versuchen.
den rest der strecke absolviert man fern vom wasser: vertraute wiesenstücke, die man in allen jahrezeiten kennt, vorbei an den schlafenden bienentrögen (was die bienen so tun im winter ...) und vakanten weidewiesen, und immer wieder die große freude, so ganz all-ein durch die gegend zu streifen, niemand unterwegs, höchstens einige krähen und andere vögel, schwäne und enten am wasser.
der körper ist warm geworden, in der jacke hat man leicht zu schwitzen begonnen, und das ist gut so. das sinnliche gefühl, von der körperlichen arbeit zu schwitzen; den eigenen körper ohne schmerz und jegliche beeinträchtigung voll funktionstücktig zu erleben, ist immer wieder ein hochgefühl: zufriedenheit, lebendigkeit, lust am leben.
den letzten kilometer läuft man mit der vorfreude auf das 'ausdampfen' in der warmen wohnung, die anschließende dusche und den kleinen imbiß, den man zu sich nehmen wird. das wasser, das langsam und kühl die kehle runterrinnen und den wasserverlust des organismus ausgleichen wird. das durstgefühl stillen wird.
dann fühlt man sich breit für kommendes.
man friert, wenn man zu laufen beginnt, denn die kälte dringt fast ungehemmt durch die dünnen kleider. bald wird wärme von innen heraus den körper durchfluten, bis in die fingerspitzen, und kein bißchen kälte mehr wird spürbar sein. man findet den rhythmus und läuft leicht und ohne gewicht hinaus, durch die felder dem altwasser zu. kalte luft durch die nase eingesogen, warme feuchte luft durch den mund ausgeatmet; linker fuß, rechter fuß, man fühlt das herz schlagen und freut sich über den klang, man fühlt die eigene stärke und gesundheit und ist glücklich darüber.
mit dem laufen stellen sich die gedanken ein: was liegt an, was ist zu erledigen, was war in den letzten tagen. wie fühlt sich die seele. aber auch unmotivierte erinnerungen an weit zurückliegende ereignisse: kindheitserinnerungen, bergerinnerungen. was letzten winter um diese zeit war, wie lange das eis gehalten hat diesen frühling.
einschwenken in den nationalpark donauauen, hundert oder etwas mehr meter bis zum wasser. ob nach dieser frostigen nacht schon eis zu sehen ist? sicher ... und ja, es glitzert schon aus einiger entfernung, das ist eis. am ufer sieht man es dann genau: pflanzliche formen bilden die eiskristalle, wie riesige "tropische" eisblumen blinkt es herüber, an einigen stellen von den sonnenstrahlen auch schon wieder aufgelöst. wunderschön. weiter vorne liegt ein baum im wasser, von bibern gefällt. bei dem niedrigen wasserstand sieht er fast urzeitlich aus, so halb im wasser, als würde er nicht ganz versinken können in einem tertiären moor.
alles lichtdurchflutet. kalte klare luft. blauer himmel.
man will stehen bleiben, läuft aber doch weiter, wenn auch langsamer. findet einen neuen rhythmus: 4 schritte, einatmen, 4 schritte, ausatmen. so kann man mehr beobachten. bleibt man doch einmal stehen, rollt die natur wie eine brandungswelle über einen, man empfindet ihre schönheit körperlich, neuronal, wie einen sanften elektrischen schock.
am ende des wasserarmes spuren der anderen: unzählige steine auf dem eis, die versuche die eisdecke zu durchbrechen sind offenbar gescheitert. an schattigen stellen entlang des wasserarmes hat man gesehen: stellenweise mehrere zentimeter dickes eis. drüberlaufen sollte man aber noch nicht versuchen.
den rest der strecke absolviert man fern vom wasser: vertraute wiesenstücke, die man in allen jahrezeiten kennt, vorbei an den schlafenden bienentrögen (was die bienen so tun im winter ...) und vakanten weidewiesen, und immer wieder die große freude, so ganz all-ein durch die gegend zu streifen, niemand unterwegs, höchstens einige krähen und andere vögel, schwäne und enten am wasser.
der körper ist warm geworden, in der jacke hat man leicht zu schwitzen begonnen, und das ist gut so. das sinnliche gefühl, von der körperlichen arbeit zu schwitzen; den eigenen körper ohne schmerz und jegliche beeinträchtigung voll funktionstücktig zu erleben, ist immer wieder ein hochgefühl: zufriedenheit, lebendigkeit, lust am leben.
den letzten kilometer läuft man mit der vorfreude auf das 'ausdampfen' in der warmen wohnung, die anschließende dusche und den kleinen imbiß, den man zu sich nehmen wird. das wasser, das langsam und kühl die kehle runterrinnen und den wasserverlust des organismus ausgleichen wird. das durstgefühl stillen wird.
dann fühlt man sich breit für kommendes.
ferromonte - 9. Dez. 2003, 17:39
toll beschrieben!
ach wie ich das mag : )
darum