die berater

die spö will die causa grasser nicht ruhen lassen und in der jobvergabe an die schüssel-tochter sieht man "nepotismus". bösartiges oppositions-säbelgerassel oder wirklich ein thema?
grasser, der ja auch enorme summen für berater ausgegeben hat und sicher noch ausgibt, liegt damit schwer im trend, er befindet sich aber auf einem irren hochseilakt, wie man bei einem blick hinüber zu unseren deutschen nachbarn feststellt.
der minister, der nur noch die richtigen berater engagieren muß, um erfolgreich zu sein? der seine position durch geschicktes jonglieren mit steuerfinanzierten coachings und präparationen (was sein wissen über aktuelle wirtschaftswerte und -statistiken etc. betrifft) rechtfertigt und festigt? kann das die zukunft unserer staatlichen führung sein? finden wir das gut, wollen wir das? zahlen wir dafür steuern? lassen wir uns das aufs auge drücken?
oder sollte auch ich froh sein, daß jetzt so "professionell" im staat gearbeitet wird und die "wirklichen fachleute" endlich offiziell einfluß haben auf entscheidungen, die eben nur von fachleuten entscheidbar sind?
würde ich mich einem teuren internisten oder chirurgen anvertrauen, wenn ich magenschmerzen habe? lasse ich wegen einer magenverstimmung unendlich viele tests und untersuchungen über mich ergehen, um dann eine unverständliche diagnose zu erhalten, die auch nicht weiter erklärt wird/werden kann?
lasse ich mich so entmündigen, daß ich weder mehr entscheiden kann was ich tue, noch wann und wie ich es mache?
ist es in der politik so wie es angeblich in den spezialisierten naturwissenschaften ist, daß nämlich ein interessierter normalverbraucher einfach nicht mehr verstehen kann, worum es geht?
oder macht man auf schicke art die dinge komplizierter als sie sind, um günstlingswirtschaft blühen und defizite wachsen zu lassen, weil man damit menschen besser kontrollieren, unter druck setzten und ängstigen kann?

selbst wenn ich mich ehrlich bemühe, sinnvolles und berechtigtes in diesen vorgängen zu finden, ich kann es nicht, ich kann es nicht - es ist zu offensichtlich.

edit 6.2.04: 18 mio.€ kosten die berater des KHG. das sind fast 250 mio ATS.

ein plädoyer für bildung

ein plädoyer für bildung in der ZEIT, das runter geht wie öl :
Man muss Kinder mögen, um ihnen etwas beizubringen, und man muss mit roten Ohren über den großen Büchern der Menschheit oder dem großen Buch der Natur sitzen, um etwas herauszubekommen. Zugleich jedoch „muss“ das niemand, es ist ganz und gar unselbstverständlich, es kostet Zeit und Mühe und steht in eigentlich aussichtsloser Konkurrenz zu viel leichteren Wegen, Spaß zu haben oder Geld zu verdienen. Man braucht das ansteckende Vorbild, um sich darauf einzulassen, den Lehrer, in dem die Faszination für sein Fach noch nicht erloschen ist, den Freund, dem seine Doktorarbeit auch wichtiger ist als die schnelle Karriere, und um einen herum Land und Leute, wo Erkenntnis etwas gilt und Ignoranz keine Zier ist.
wer so denkt, gilt als langweilig und gestrig, aus dem letzten jahrhundert oder uncool. in wahrheit basiert unser ganzes technisiertes wohlstandsleben - neben den verbrechen des kolonialismus etc. etc. - auf der arbeit und den erkenntnissen von menschen, die echte bildung hatten und das nicht für entbehrlichen kram hielten. heute zählt bildung nur vorgeblich etwas, in wahrheit aber ängstigt sie die meisten: man hat immer angst vor unbekannten und fremden dingen.
daneben etabliert sich eine scheinbildung, ein hohles gerüst von phrasen und nie gehabten erkenntnissen, das keine auch noch so leichte erschütterung aushält. sowas stellen viele zur schau, und unter den blinden sind die einäugigen könige.
jaja, und ich nehme mich da gar nicht aus ...

unfall

heute, als der verkehr im verein mit dem gefallenen schnee wieder unfälle en masse produzierte, erinnerte ich mich an den einzigen autounfall, den ich jemals hatte:

es war in meiner zivildienstzeit, vor 7 jahren etwa. an einem freien tag war ich mit d. zu ikea nach vösendorf gefahren, und wir fuhren nun so schnell es der verkehr erlaubte - und das waren etwa 30-40 km/h- die lerchenfelderstrasse stadtein heimwärts. es war knapp vor 18h und etwa auf der halben höhe, als ich einen jungen mann sah, der am straßenrand auf meiner seite stand und in fahrtrichtung schaute, immer in fahrtrichtung. als ich etwa 2 m vor ihm war, ging er plötzlich los, über die strasse. ich bremste was ich konnte, aber da half nichts mehr: der wagen erwischte ihn mit dem rechten vorderlicht am oberschenkel und schleuderte ihn auf die windschutzscheibe. dann blieb er stehen, zu spät die bremswirkung, und das schleuderte den mann vor das auto auf die straße zurück. dort lag er dann, laut schreiend, sein linkes bein war grotesk verrenkt, ich wußte sofort daß es gebrochen war. sein gesicht war rot von blut, das ihm aus den haaren übers gesicht rann.
der motor war abgestorben, die frontscheibe ein bröselwerk, nur das autroradio lief noch. ich schaltete es aus. der verkehr rundum war völlig zum stillstand gekommen.
wir saßen drei lange sekunden einfach da und sagten und taten nichts, dann sprang d. aus dem auto und rekrutierte sofort einige zeugen, die im fall für uns aussagen würden - ich staunte, weil ich nie auf die idee gekommen wäre, ich dachte nur an das schreiende häufchen, das vor dem auto auf den gleisen der straßenbahn lag. erstaunlicherweise war ich vollkommen ruhig. ich wußte genau, was zu tun war. ich leistete erste hilfe wie es im buch steht. lagerte den verletzten richtig, fragte umstehende nach decken, ob ein arzt da wäre, bat sie die rettung zu alarmieren. eine sterile wundauflage auf seine blutende kopfhautwunde, ihm bei einhalten einer schmerzerträglichen lage helfen, bis die rettung kommt.
die war ziemlich schnell hier, fasste ihn roh an und hob ihn ins fahrzeug. ich erklärte was passiert war, gab meinen namen an, erkundigte mich noch in welches spital er gebracht wurde;
dann die polizei. ewig dauerndes protokoll, d. und ich getrennt befragt, offenbar erzählten wir die gleiche geschichte. dann endlich schluß mit alledem, zweimal ums eck biegen, und einparken. als ich ausstieg, zitterte ich am ganzen körper. erst jetzt wurde mir bewußt, wie total fertig ich war. ich musste mich setzen und trank etwa einen liter wasser, in einem zug.

ich blieb unschuldig, und der arme kerl musste auch noch den schaden am fahrzeug zahlen, leider war er nicht versichert. dem geld musste ich noch monatelang nachrennen, weil er nicht zahlen wollte, und das war nochmal so unangenehm: jetzt musste ich wegen dem leidigen geld auch noch nerven.
ich besuchte ihn im hanusch-krankenhaus, er war sehr erstaunt, weil er mich als sanitäter in erinnerung hatte und nicht als lenker. komische situation ... er erzählte mir übrigens auch, warum er plötzlich losgelaufen war: weil es fast 18h war und er noch schnell zigaretten kaufen wollte in der trafik vis a vis.
schlußendlich bekam er einen stift in die hüfte und humpelte mit krücken herum, und ich bekam einen vorladung vom polizeisekretariat in der josefstadt. sie wollten mich mit einer strafe wegen zu schnellen fahrens versehen und händigten mir einen zahlschein über 400.-ATS aus. ich staunte nicht schlecht und fragte den oberpolizisten (ein dr. jur.) dort, wie er mich wegen zu schnellen fahrens bestrafen könne, wenn ich doch nur zwischen 30 und 40km/h gefahren wäre. auf einer straße, auf der ich 50 hätte fahren dürfen. seine antwort: wenn ich langsamer gefahren wäre, wäre vielleicht nichts passiert. was für eine logik. ich fragte, was passiere, wenn ich das nicht bezahle weil ich es für ungerecht halte, und er meinte mit plötzlich klein gewordenen zornigen augen: "dann könnten sie wirklich ernsthafte probleme kriegen." ich nahm den zahlschein und meinte noch, er mache da ganz hervorragende arbeit, und ging.
ich zahlte nichts, bis ich eine mahnung bekam. dann zahlte ich die 400 S und hasste die polizei dafür, denn auch damals waren 400 S nicht wenig geld für mich.

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