interpretationen - mutter

gestern fiel mir in einem megamarkt eine aufnahme des beethoven violinkonzertes mit arthur grumiaux in die hände, 4€.
arthur grumiaux verdanke ich die erkenntnis von mozart anhand des g-dur violinkonzertes, damals, als ich etwa 12 war. seither trägt er für mich eine art "biographischer gloriole", wie ich mir mit freundlichem lächeln bewußt bin.
zu den etwa 10 interpretationen des unfassbaren beethoven-werkes hat sich jetzt eine weitere dazugesellt , die schon lange dazugehört hätte ...

dazu etwas für mich typisches: bisher hatte ich anne-sophie mutter abgelehnt - wegen der markt- und marketingpräsenz und wegen karajan. sicher hatte ich auch mal das eine oder andere musikstück gehört, von mutter gespielt, aber - bis auf die handwerkliche perfektion - war mir nichts besonderes aufgefallen.
neulich hatte ich aber einen ausschnitt im tv gesehen, wie sie das beethoven-violinkonzert interpretiert - und mir fiel die kinnlade runter. nein, das war herausragend; das war etwas, das ich unbedingt in seiner ganzen länge hören muss, (das ich eigentlich live hören müsste) - - und jetzt werde ich mich auf die suche nach der richtigen aufnahme machen.

nie mehr!

hat es mit der voll in mich einschlagenden verkühlung zu tun, oder ist es nur die immer wiederkehrende melancholie, die mich oft dann überkommt, wenn ich die neuigkeiten in den nachrichten höre?
da ist berlusconis wiederwahl noch das kleinste übel. es sind die steigenden nahrungsmittelpreise, die zuerst die ärmsten dieser erde treffen, während hier in österreich der unfassbare verteidigungsminister die eurofighter zur luftraumüberwachung bei der fussballeuropa-psychose über wien fliegen lässt (wir erinnern uns, was eine flugstunde kostet. und was ein sack reis kostet). wie die vollkommen falsche politik weitermacht wie bisher, wie nichts mehr was nützt, am allerwenigsten noch zu einer dieser witz-wahlen zu gehen. ob A oder EU.
es ist ein moment, wo es mir unendlich peinlich ist, österreicher und europäer zu sein, auch wenn es nicht meine persönliche schuld ist, dass die dinge so verlaufen. aber ich würde ausserhalb von europa dafür verantwortlich gemacht werden. - und sie haben recht: wir sind ALLE mitverantwortlich dafür, alle. auch sie, leserIn. machen sie sich nichts vor, machen wir uns nichts vor. wir sehen nicht über den tellerrand, trügen wir verantworung, dann würden wir keinen dieser verbrecher wählen, niemals.

und die ersten blätter und blüten, die wärmeren tage könnten mich freuen, wie der anblick eines babys, aber ich bemerke sie nur aus dem augenwinkel, und meine wut wächst.

politik und wissenschaft

brüllvorlachen

verluste

Die Verluste des globalen Finanzsystems werden bisher auf 5.550 Milliarden Euro geschätzt.

und wer hat den gewinn gemacht?

high raten

ob man high-geratet hat oder nicht, darauf komme es nicht an.
warum nicht, fragt er mich; und ich denke mir: mit seinen 16 jahren wird es das nicht verstehen, sage dann aber: "ist es nicht egal, ob man hei-ratet oder nicht?"
wenn die beiden so lange zusammen sind, 13 jahre oder so, dann könnten sie doch genausogut hei-raten.
wozu?, frage ich, wozu sollten sie sich das antun?
ist eine ansichtssache. hängt vom sozialen umfeld ab. von den gesetzen, von den sitten und gebräuchen. heute braucht niemand mehr zu heiraten; wenn es manche doch tun, dann aus sentimentalität, angst, oder weil sie an den status glauben, an bürgerliche werte, an was-weiß-ich-denn.
wir schlecken unser eis und gehen langsam auf der fahrenden rolltreppe abwärts zur U1. reden jetzt nichts mehr, weichen den augustin-verkäufer aus, ich beziehe kurz ein schuldgefühl: eis essen, aber dem armen teufel keine zwei euro geben. ach was, ich muss nicht jedesmal diese spende geben, wenn ich es nicht tue, bin ich deshalb kein schlechterer mensch.
der waggon ist gerammelt voll, ich finde wie immer einen platz, er steht in der nähe einer tür und isst weiter sein eis, die leute in der umgebung mit scheinbar zufälligem blick abweidend. wenn ich seine gedanken lesen könnte! auch, was mich betrifft. aber da geht nichts, schon gar nicht im wirrwarr eines vollen u-bahnzuges ...
im "schwarm" lesend frage ich mich einmal mehr, ob schätzing das buch wirklich allein geschrieben hat. mich würde seine biographie interessieren. aber man hat nicht für alles zeit. diese woche ist dicht gedrängt: paul verlangt mir immer einiges ab. an aufmerksamkeit und teilnahme, und das ist auch gut so. da schätze ich mich schon glücklich, wenn ich eine stunde lang lesen kann ...

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