die justiz

in österreich begibt sich in eine neue talsohle: tiefer als null, höhenniveau totes meer.
schüssel und klestil - sofern sie das akzeptieren - handeln verantwortungslos wie nie zuvor (angeblich ist sie schon angelobt - zu gern wüsste ich, was die beiden wirklich denken).
für die fpö das endgültige aus. gorbach gerade in der zib: "karin miklautsch ist eine junge sportliche frau". als wäre auch nur eine dieser eigenschaften voraussetzung für dieses amt des justizministers.

tellkamp - der sieger? edit

uwe tellkamp hat eben die jury von sich überzeugt, merkwürdigerweise.
hat ja sowas von nichts von avantgarde an sich, er ist epigon und neuromantisch, wenn man mich fragen würde. alles bis ins winzigste inszeniert (film, auftritt, text), das ganze wirkt unsympathisch, sicher kann der herr schreiben, aber das ganze ist doch komplett anachronistisch, aufgesetzt und kulturgekrochen.
finde ich hochinteressant, daß die alles so jubeln. (welch uneingestandene sehnsucht nach der vergangenheit ...) aber warten wir noch auf burkhard spinnen. der war bis jetzt unbestechlich. immer.
klaus nüchtern enttäuscht mich hier, wieso sagt er nicht mehr kritisches dazu. er könnte ihm ordentlich auf den pelz, den feschen, rücken. stattdessen kneift er und schmiegt sich dem rest der jury an. will wohl den jury-job behalten.

edit: es gibt so unerträgliche passagen in tellkamps text, etwa "unter der Aufsicht bärbeißig dreinblickender Kasachen, Turkmenen oder Georgier mit pechschwarzem Haar, niedriger Stirn und blauschwarz schimmerndem Bartwuchs", die scheinbar keine(n) gestört haben. bei julie zeh, die einen enttäuschenden beitrag ablieferte, war man da gleich sehr betroffen über kategorien "blondes, blauäugiges mädchen = gutes mädchen" etc.;
man hat den eindruck, als wären die wesentlichen dinge abgesprochen: diese einhellige begeisterung für einen uninteressanten text, man hat sich da den preisträger vorher schon ausgesucht. "große literatur", was für ein unsinn. und die juroren sind offenbar auch mehr an ihrem devoten verhältnis zu chefin radisch interessiert, um nächstes jahr wieder mit dabei zu sein. wäh.

katalysator

eben las der grazer thomas raab seinen text beim wettlesen in klagenfurt.
nie vorher hatte ich diesen eindruck stärker: ein autor mit seinem text als katalysator für die jury. und wie willkürlich sogenannte literaturkritik ist, wie juroren aus ganz bestimmten, subjektiven gründen mit einem text umgehen.

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