antidot

das antidot zu richard wagner: johann strauss.

eis

schönheit



von hier, spiegel online

einmalgestern, immergestern

gestern gesehen:
ein endloser zug von immergestrigen in wien am ring;
auch frauen haben endlich den ihnen gebührenden zutritt zu solchen gesellschaften erlangt. schliesslich sind sie ja doch nicht klüger als ihre männlichen pendants.

p1

daß ein grüppchen von drei oder vier punks im nahegelegenen burggarten dann mit hysterisch überdrehter stimmen antifa-parolen brüllt, die vollen alk-flaschen in der hand, ist nur mehr ein kurzes lächeln wert.

aus welchen löchern eine solche menge von geistigen neandertalern (neandertaler aller kontinente, tot oder lebend, verzeiht mir diese beleidigung!) kriecht, heute, im juni 2009, will man sich gar nicht fragen. befremdend und erschreckend.

erstaunlich nicht, und wahrscheinlich nicht einmal peinlich, daß sich in diesem haufen auch der findet:

sb

erstaunlich schon, daß man denen die ringstrasse als forum überlässt. tierschützer aber in' knast setzt.

kiri sings kern

seit langer zeit höre ich die gute alte CD, auf der kiri te kanawa jerome kern - lieder singt; eine zeitreise ... damals, paul, warst du 2 oder drei jahre alt; die zukunft war ungewiss und offen, so wie sie immer ist, aber damals war sie noch unverbaut und mit offenem horizont - wie ich eben heute vor arbeit nicht ein noch aus weiß, den müll zu beseitigen, der sich hoch aufgetürmt hat. also sitze ich jetzt da, in dieser wunderbaren wohnung, habe schon einige gläser "leuthner-junker" intus und höre "smoke gets in your eyes", "the way you look tonight" und "all the things you are"; wo man sich da befindet? frag mich was einfacheres ...
ich habe die CD jahre lang nicht gehört, und fühle mich so wunderbar eingehüllt, als läge ich in einerm daunenmeer. in gewisser weise stimmt das ja, in vino veritas, insofern eben, als gefühle aktiv werden, die im alltag sonst versteckt bleiben, weitab vom focus in einer kammer, die schon staub angesetzt hat. die musik hat enorme induktive kraft, wie auch die gerüche und die geruchserinnerungen. mein gott, wo leben wir alle ...

allfälliges

es ist zwar nur ein kurzes durchatmen, aber immerhin: wir nützen den tag, um die wohnung gründlich zu putzen. ein woche krisenintervention lassen einen schon bis an den rand der psychischen kräfte gehen, das ist naturgemäss so, wenn man sich auf die sache einlässt.
fast schon vergessen die woche in hamburg, es war die karwoche;
paul und ich, mit dem nachtzug um 29€. der bayerische polizist, der um 2h früh eine passkontrolle durchzieht und mich sehr ernsthaft belehrt: was er alles sehr wohl tun darf, wieviel strafe delinquenten zahlen müssen (nebst einer anzeige), wenn sie keinen reisepass mit sich haben in bayern - ich meinte, dass passkontrollen wegen schengen hierzulande wegfallen. meinen pass hatte ich aber doch mit, eben wegen typen wie diesem bayrischen bullen; damit (mit schengen) aber habe das nichts zu tun, das sei keine grenzkontrolle (sondern was?!). paul hatte nur einen führerschein, und die pummelige no-limits-familie, die mit uns im abteil bis hannover saß/lag, zeigte sich sehr lernwillig und devot: man will ja keine strafe zahlen müssen. musste dann auch keiner, nur die belehrung war nicht gerade kurz gehalten und für einen, der unsinnig aus dem schlaf gerissen wurde, eine etwas geduldsprovozierende kabarretteinlage.
HH war wie immer großartig: diesmal mitten im frühlingsausbruch, der in dieser woche in vielen europäischen ländern stattfand. die explodierenden blühenden kirschbäume, man glaubt es nicht, wenn mans nicht sieht. paul war auch kompromissbereit diesmal, er ertrug mehr als eine stunde kunsthalle, sah caspar david friedrich, klee, macke, franz marc, munch (das erste mal sehe ich seine "madonna" im original; und breche weg), van gogh und max ernst. zeigte auch ein ganz klein wenig interesse an den bildern. was mich sehr freut, klarer fall.
wir warfen bumerang im stadtpark, segelten auf der außenalster und verbrachten einen tag an der elbe, draussen bei blankenese. es war wunderbar. hamburg ist wien nicht unähnlich, nur sucht man die mieselsucht und die melancholie (oder: depression), die in wien fast immer spürbar ist, dort vergebens. genau das gefällt mir sehr an HH.
und das wasser, die vielen radwege, die reiherkolonie unweit raphaels und evas wohnung, die gespräche, das essen -- die zeit war viel zu schnell vorbei. bis bald.

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