die musik - !

ein stück, das zwar die größte aktualität in seiner zeit hatte, aber immer noch aktuell ist. und witzig. und absolut notwendig;
vor allem aber, und immer wieder: diese musik! diese musik, mein gott --

(ich wünschte, herbst hätte dafür karten geschenkt bekommen - er wüßte nach diesem abend, was besonderes an mozart ist.)

edit: ungewohnt die "strindbergsche" inszenierung (oder wie wärs mit bergman?), aber gelungen. die premiere ist die geburt einer aufführung, es ist alles da, und jetzt beginnt das leben ... die ungewohnt ernste inszenierung macht es leicht, die tiefe der musik und des librettos wahrzunehmen. harnoncourt ist fabelhaft, wie immer.
durch die schlichten kostüme und das ebenso schlichte bühnenbild kann die musik klarer wirken als bei den üblichen reizüberfluteten gschichten ...
(ich wollte, ich könnte einmal eine so gelungene inszenierung wie diese hier in salzburg miterleben ... )
albannikolaiherbst - 27. Jul, 06:46

Oh, ich kenne "Le nozze di Figaro" gut.

Es ist ein ganz wunderbares Stück - aber ebenso wunderbar wie Strauss' Rosenkavalier, Brittens "A Midsummer Night's Dream" und weitere. Und spielt auf einem anderen Feld als der Tristan. Um an unsere kleine Meinungsverschiedenheit (Kommentare zum vorgeblich Pompösen) anzuschließen.

Es ist immer ungerecht, eine Komödie mit einer Tragödie wertend zu vergleichen: die Komödie mildert stets menschlich, was milde nicht ist. Neben (und v o r der sich ergebenden Resignation auch v o r) dem Falstaff steht deshalb immer Otello. Und der Steppenwolf vor dem Glasperlenspiel.

ferromonte - 27. Jul, 10:52

die komödie erzählt dieselbe geschichte, die auch die tragödie erzählt, nur durch andere augen gesehen. wie meinen sie das mit dem davorstehen? steppenwolf vor glasperlenspiel? wegen den emotionen, die so oft das denken ausschalten?
albannikolaiherbst - 27. Jul, 13:53

wegen der Wahrheit, die immer grausam ist.

Und die uns die Komödie aushaltbar zubereitet. - Das ist eine S t ä r k e der Komödie, wohlgemerkt. Aber die Stärke des Tragödischen besteht darin, sich nicht abzufinden und genau daraus den Protest zu erhalten und zugleich das Schauderhafte zu ästhetischem Erschauern kathartisch umzuformen. Die Komödie ist nahezu immer resignativ (der Bürger nennt das gern "reif"), die Tragödie bewahrt hingegen jugendliche Auflehnungskraft. Daß es Ausnahmen gibt, will ich allerdings nicht bestreiten.

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